Warum wir visualisieren sollten
Wozu visualisieren wir? Bringt das überhaupt etwas? Ist das nicht esoterische Quacksalberei?
Sowohl Einstein als auch Tesla sollen oft visualisiert haben. Und auch andere erfolgreiche Menschen führen heute die eine oder andere Praxis des Meditierens aus. Es nennt sie nur jeder etwas anders. Weitere bekannte Beispiele:
- Steven Jobs wurde teilweise sogar als Freak und Sonderling bezeichnet, weil er sich der östlichen Welt gegenüber offen zeigte. Er meditierte fleißig. Nun, war Steve Jobs erfolgreich? Und wie.
- Ray Dalio (Gründer von Bridgewater und Autor von Die Prinzipien des Erfolgs), einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, spricht in seinen Büchern und Interviews immer wieder von seiner täglichen Meditationspraxis. Niemand kommt natürlich auf die Idee, dass ein Börsen/Finanz-Guru meditiert! Aber so ist es.
- Trevor G. Blake, Autor von Three Simple Steps, den ich im vorletzten Newsletter erwähnt habe, sieht den Grund für seinen Erfolg in seiner jahrelange Meditations- und Visualisierungspraxis (er nennt diese “Ruhe-Zeit”). Er behauptet sogar, dass er, indem er täglich “Ruhe-Zeit” praktizierte, mehrere hundert Millionen Dollar mit dem Verkauf seiner Unternehmen gemacht hat.
- Auch Tony Robbins (der oft von “Priming” spricht) und Jeff Bezos (Gründer von Amazon) schwören darauf.
Sind die oben genannten Personen esoterische Quacksalber? Ich bezweifle es.
Die Visualisierungspraxis besitzt übrigens kein Exklusivrecht für geschäftliche Belange. Es ist nur so, dass sich Resultate im geschäftlichem besonders gut zeigen. Hingegen ist es von Außen schwer, zB den Erfolg einer Liebesbeziehung zu bemessen.
Nun, wie wir gesehen haben, gibt es gute Gründe für eine Meditations- und/oder Visualisierungspraxis. Doch wie sieht eine solche Praxis genau aus?
Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass Meditieren oder visualisieren allein keinen Nutzen hat. Wir springen auch nicht einfach ins Wasser und schwimmen drauflos. Sondern wir visieren ein Ziel an. Schritt 1 lautet daher: Kenne Deine Ziele (zB “Wöchentliches Date mit Partner” oder “Eine Kurzgeschichte schreiben”). Wichtig: je genauer die Formulierung, desto besser. Ebenfalls wichtig: warum dieses Ziel? Schreibe es auf.
Danach sind folgende vier Schritte zu beachten:
- Finde ein zehn bis zwanzig Minuten Zeitfenster (idealerweise morgens und ungestört). Setze Dich hin, mache es Dir bequem, setze allenfalls Kopfhörer auf, um ruhige Instrumentalmusik abzuspielen.
- Versuche in die Emotionen zu kommen. Stelle dir vor, als ob du das Resultat bereits erreicht hast. Klingt verrückt, oder? Doch genau darum geht es, nämlich, ob ich emotional etwas auslösen kann. Etwa 17 Sekunden sind bereits ausreichend, um die richtigen Vibrationen in auszulösen. Gemäß Kenneth Soares geschieht genau dann “Law of Attraction”. Doch wie gelingt das? Es existieren verschiedene Ansätze respektive Tricks, um “besser” visualisieren zu können (was übrigens nicht bedeutet, alles und immer ganz genau “sehen” zu müssen). Es geht auch um den Geruch, den Klang, die Haptik usw. (Jemand denkt beim Meer zB eher an den Klang der Welle, jemand anderes an den salzigen Geruch, der in der Luft liegt usw.).
- Lasse los. Unsere Ziele sind nur Platzhalter. Vertraue Deinem Unterbewusstsein, der es “besser” weiß, er wird uns schon ans richtige Ziel bringen. Mache es nicht wie ein Kleinkind, der alle fünf Minuten fragt: “Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da?” Das Universum findet so etwas nicht lustig 😉
- Komme ins Handeln! Essenziell. Warte nicht, bis ein Auto den Hügel hinunterrollt und in deinem Wohnzimmer landet. So funktioniert das nicht 😅
Beim Visualisieren gibt es kein richtig oder falsch, höchstens ob wir es effektiv oder ineffektiv praktizieren. Sprich, ob wir die meiste Zeit während der Visualisierung einfach nur da sitzen und vor uns her träumen, oder ob wir versuchen in die für uns wichtigen Emotionen zu kommen.
Es ist natürlich eine Frage der Übung, wie bei vielem.
Übrigens ist es nicht möglich, NICHT an etwas zu denken. Ob Du Dir also vorstellst, wenig oder viel Zeit mit Deinem Kind zu verbringen, beides wird Dir gelingen. Was ich damit sagen möchte: Wir können alle Visualisieren.
Außerdem kann unser Unterbewusstsein, grob gesprochen, nicht zwischen Realität und erfunden unterscheiden. Nutzen wir das aus 😉
Eingangs habe ich gefragt, was eine Visualisierung bringen soll? Und warum wir überhaupt meditieren sollen? Die kurze Antwort lautet: Damit wir mehr von dem bekommen, was wir wollen.
Ich mache das seit knapp zwei Jahren, wobei ich verschiedenes ausprobiert und mich sozusagen weiterentwickelt habe. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich behaupte sogar, dass ich es mittlerweile benötige wie die Luft zum Atmen oder ein Buch zum Lesen.
Und was ich auch noch sagen möchte: Gebe nach ein paar Tagen nicht auf!
Frag dich nicht selbst, was die Welt braucht, frag dich selbst, was dich lebendig werden lässt, und zieh los, um dies zu tun. Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind.
Howard Thurman
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