← Alle Briefe Brief · 22. Dezember 2022 · 6 Minuten Lesezeit

Warum wir visualisieren sollten

Wozu visualisieren wir? Bringt das überhaupt etwas? Ist das nicht esoterische Quacksalberei?

Sowohl Einstein als auch Tesla sollen oft visualisiert haben. Und auch andere erfolgreiche Menschen führen heute die eine oder andere Praxis des Meditierens aus. Es nennt sie nur jeder etwas anders. Weitere bekannte Beispiele:

Sind die oben genannten Personen esoterische Quacksalber? Ich bezweifle es.

Die Visualisierungspraxis besitzt übrigens kein Exklusivrecht für geschäftliche Belange. Es ist nur so, dass sich Resultate im geschäftlichem besonders gut zeigen. Hingegen ist es von Außen schwer, zB den Erfolg einer Liebesbeziehung zu bemessen.

Nun, wie wir gesehen haben, gibt es gute Gründe für eine Meditations- und/oder Visualisierungspraxis. Doch wie sieht eine solche Praxis genau aus?

Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass Meditieren oder visualisieren allein keinen Nutzen hat. Wir springen auch nicht einfach ins Wasser und schwimmen drauflos. Sondern wir visieren ein Ziel an. Schritt 1 lautet daher: Kenne Deine Ziele (zB “Wöchentliches Date mit Partner” oder “Eine Kurzgeschichte schreiben”). Wichtig: je genauer die Formulierung, desto besser. Ebenfalls wichtig: warum dieses Ziel? Schreibe es auf.

Danach sind folgende vier Schritte zu beachten:

  1. Finde ein zehn bis zwanzig Minuten Zeitfenster (idealerweise morgens und ungestört). Setze Dich hin, mache es Dir bequem, setze allenfalls Kopfhörer auf, um ruhige Instrumentalmusik abzuspielen.
  2. Versuche in die Emotionen zu kommen. Stelle dir vor, als ob du das Resultat bereits erreicht hast. Klingt verrückt, oder? Doch genau darum geht es, nämlich, ob ich emotional etwas auslösen kann. Etwa 17 Sekunden sind bereits ausreichend, um die richtigen Vibrationen in auszulösen. Gemäß Kenneth Soares geschieht genau dann “Law of Attraction”. Doch wie gelingt das? Es existieren verschiedene Ansätze respektive Tricks, um “besser” visualisieren zu können (was übrigens nicht bedeutet, alles und immer ganz genau “sehen” zu müssen). Es geht auch um den Geruch, den Klang, die Haptik usw. (Jemand denkt beim Meer zB eher an den Klang der Welle, jemand anderes an den salzigen Geruch, der in der Luft liegt usw.).
  3. Lasse los. Unsere Ziele sind nur Platzhalter. Vertraue Deinem Unterbewusstsein, der es “besser” weiß, er wird uns schon ans richtige Ziel bringen. Mache es nicht wie ein Kleinkind, der alle fünf Minuten fragt: “Sind wir schon da? Sind wir schon da? Sind wir schon da?” Das Universum findet so etwas nicht lustig 😉
  4. Komme ins Handeln! Essenziell. Warte nicht, bis ein Auto den Hügel hinunterrollt und in deinem Wohnzimmer landet. So funktioniert das nicht 😅

Beim Visualisieren gibt es kein richtig oder falsch, höchstens ob wir es effektiv oder ineffektiv praktizieren. Sprich, ob wir die meiste Zeit während der Visualisierung einfach nur da sitzen und vor uns her träumen, oder ob wir versuchen in die für uns wichtigen Emotionen zu kommen.

Es ist natürlich eine Frage der Übung, wie bei vielem.

Übrigens ist es nicht möglich, NICHT an etwas zu denken. Ob Du Dir also vorstellst, wenig oder viel Zeit mit Deinem Kind zu verbringen, beides wird Dir gelingen. Was ich damit sagen möchte: Wir können alle Visualisieren.

Außerdem kann unser Unterbewusstsein, grob gesprochen, nicht zwischen Realität und erfunden unterscheiden. Nutzen wir das aus 😉

Eingangs habe ich gefragt, was eine Visualisierung bringen soll? Und warum wir überhaupt meditieren sollen? Die kurze Antwort lautet: Damit wir mehr von dem bekommen, was wir wollen.

Ich mache das seit knapp zwei Jahren, wobei ich verschiedenes ausprobiert und mich sozusagen weiterentwickelt habe. Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich behaupte sogar, dass ich es mittlerweile benötige wie die Luft zum Atmen oder ein Buch zum Lesen.

Und was ich auch noch sagen möchte: Gebe nach ein paar Tagen nicht auf!

Frag dich nicht selbst, was die Welt braucht, frag dich selbst, was dich lebendig werden lässt, und zieh los, um dies zu tun. Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind.

Howard Thurman

❌ Meine weiteren Highlights der Woche

☯️ Spiritualität: Das ist das Leben. Mehr braucht es dazu nicht zu sagen.

👨‍👦 Finanzen / Kinder & Eltern: Frugal leben bedeutet nicht unbedingt weniger Qualität im Leben zu haben, sondern sich bewusst zu machen, wie wir unsere Lebensenergie einsetzen. Das schreibt die Autorin Robin Vicky in ihrem Buch Mehr Geld für mehr Leben. Der Frugale ist nicht notwendigerweise geizig, sondern vor allem klug. Wer kein Geld oder hat kein Geld ausgeben möchte für Aktivitäten, geht in den Wald mit Eurem Kind 🌳 Wie ich mir kürzlich vorgenommen habe, gehe ich jeden Donnerstagnachmittag in den Wald. Während ich dies das erste Mal tat, kam mir spontan die Idee, meinen Sohn mitzunehmen, was ich die Woche darauf dann auch tat. Statt also Vater-Sohn am Montagmorgen, gibt es künftig Vater-Sohn am Donnerstagnachmittag, im Wald. Dies ist gleich dreifach fantastisch: 1) Mein Montagmorgen wird für Arbeit/Karriere freigeschaufelt. 2) Mein Sohn kann sich 1 x mehr regelmäßig austoben, und das im Wald, den er erkunden kann. 3) Quality-Time allein mit meinem Sohn. 4) Es kostet kein Geld. 5) Es tut meinen Emotionen gut. Ich liebe die Kombination verschiedener Kategorien 😄

🤫 Emotionen & Psychologie: Beim Arbeiten, vor allem, wenn ich mich stark konzentrieren muss, stelle ich mein Handy auf stumm. Mit Ablenkung komme ich schlecht klar. Mit Überreizung ebenfalls. Daher ziehe ich mich sozusagen in eine Höhle zurück. Notfalls erreicht mich meine Frau trotzdem. Alles andere besprechen wir am Vorabend.

💜 Emotionen & Psychologie: der Mindvalley-Podcast bringt viele spannende Themen. How to Love Yourself Like Your Life Depends On It, mit Kamal Ravikant gehört dazu, und hat sogar ein Buch-Impulskauf ausgelöst. Ich bin gespannt. Das Interview und die Story dahinter finde ich sehr interessant.

🤗 Emotionen & Psychologie: Das Buch Selbstmitgefühl von Kristin Neff ist nicht nur ein großartiges Buch, das Thema ist auch wichtig. Es kann aber alles, etwas viel sein. Schließlich stimmt es ja: Alle Information nützt uns wenig, wenn wir es nicht auch umsetzen. Oder wie es heißt: “Wissen ist nur potenzielle Macht”. Jedenfalls: Dieser zwei Minuten YouTube-Clip von Kristin Neff ist eine gute Erinnerung für zwischendurch.

🇯🇵 Charakter - Morgenroutinen haben mein Leben eindeutig verbessert. Gelegentlich schaue ich mir zwei, drei Videos dazu an. Dies mache ich, um mich zu inspirieren. Eine wirklich faszinierende Morgenroutine hat dieser Japaner. Wirklich beeindruckend.

🏞 Kinder & Eltern: Studien zeigen, dass Kinder, die in einem Zuhause aufwachsen, wo es Bilder von ihnen gibt, weniger oft an Depressionen leiden, wie andere. Abgesehen von Bildern, die wir Zuhause aufhängen, haben wir letztes Jahr damit begonnen, ein Jahres-Familien-Album zu erstellen. Sämtliche Erinnerungen des Jahres in ein Album gepackt. Weil wir den Wert sofort erkannt haben, haben wir beschlossen, es dieses Jahr und auch die folgenden Jahre zu wiederholen.

PS: Habt eine wunderschöne Weihnachtszeit 🎄

PPS: Meine Website läuft noch immer nicht richtig, leider. Aber Danke für Eure Hinweise!

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