Was ich mache, wenn ich mich als Versager fühle
Dieser Text ist für alle, die zu viel von sich fordern, sich schlecht machen oder gute Taten kleinreden.
Oder alles zusammen.
Neulich fühlte ich mich als Versager, weil ich mir einredete, dass ich zu wenig mache; für mich, meine Frau, meine Kinder usw.
Das stimmt und stimmt auch nicht.
Es stimmt, dass ich in manchen Dingen zu wenig effizient bin; zu viel überlege (Stichwort Perfektionismus), in manchen Dingen zu oft zweifle (Stichwort Einstellung) usw.
Allerdings stimmt auch, dass ich einiges zustande bringe.
Das Problem ist, dass ich mir noch lange einreden kann, dass ich viel mache, wenn ich es jedoch nicht schwarz auf weiß sehe, glaube ich es nicht.
Also mein Verstand “weiß” es natürlich schon, aber mein Ego nicht.
Das liegt unter anderem daran, dass wir ständig an Dinge denken, die noch nicht gemacht sind. Also in der Zukunft liegen.
Statt sich auf die LÜCKE zwischen jetzt und morgen zu konzentrieren, ist es besser, den Fokus auf die FÜLLE zwischen gestern und heute zu legen.
Also, hier ist, was ich tue, wenn ich mich mal wieder als Versager fühle.
- Blatt Papier und Stift bereitstellen
- Timer auf 3 min stellen
- Alle Punkte von den letzten 2,3 Wochen aufschreiben, die mir in den Sinn kommen
Egal, wie trivial die Punkte sind, einfach weiterschreiben. Das Ziel ist, dass sich ein Gefühl der Zufriedenheit einstellt.
Ab dem vierten oder fünften Punkt fühle ich mich besser.
Das ist wie Magie.
Ich schreibe zum Beispiel Folgendes auf:
- Quality Time mit Luis: Donnerstagnachmittag draussen Fußball gespielt + diverse weitere Spiele
- Quality Time mit Jessi: Vergangenes Wochenende mit Nachtessen, Übernachtung und Frühstück überrascht
- Jessi einen kompletten Abend freigegeben, damit sie mit einer Freundin essen gehen konnte
- 2 Blog-Artikel auf der Hochzeitsfotografie-Website veröffentlicht
- Buch XY gelesen
- Kurzgeschichte fertig überarbeitet
- usw.
Alternativ schließe ich meine Augen und gehe ein paar Punkte im Kopf durch. Das funktioniert genauso gut.
Vielleicht gibt es mal eine Woche, in der die geleisteten Dinge weniger spektakulär sind.
Die Umstände erlauben es vielleicht gerade nicht, dass du mehr machen kannst.
Sei dennoch dankbar für das, was du leistest.
Egal, wie lächerlich klein die Dinge scheinen.
Vor allem, wenn du kleine Kinder hast!
Ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass Kinder kein Honigschlecken sind. Und junge Familien einiges leisten 💪
Wieder einmal läuft es darauf hinaus, dass wir lieb sein müssen mit uns.
Das ist nicht leicht. Aber es ist wichtig.
Wenn du dich das nächste Mal also schlecht fühlst, nehme dir 3 Minuten Zeit, und du wirst dich besser fühlen.
Kennst du solche Wochen auch?
Dann lass uns reden. 30 Minuten, zwei Eltern mit demselben Alltag. Oder hol dir den nächsten Brief direkt ins Postfach.
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