Über die Kunst, Verantwortung zu übernehmen
Hast du dich jemals gefragt, warum einige Menschen erfolgreich sind und andere nicht? Warum manche Menschen mehr leiden als andere?
Und hast du schon mal darüber nachgedacht, ob es an deinem fehlenden Verantwortungsbewusstsein liegen könnte?
Verantwortung zu übernehmen, ist das Gegenteil von Ignoranz.
Hand aufs Herz: Übernimmst du Verantwortung? Für dich, und auch deine Familie?
Wenn du länger als fünf Sekunden darüber nachdenken musst, hast du ein Problem.
Es ist wie bei der Frage, ob du alles für deine Familie gibst. Es gibt nur ja oder nein.
Und, übernimmst du Verantwortung?
Ja oder nein?
Harte Frage, ich weiß.
Wenn du wie ich tickst und mehr Ruhe & Gelassenheit sowie mehr Sinn und Freude haben möchtest, dann beginne damit, mehr Verantwortung für dein Leben zu übernehmen.
Nicht morgen. Sondern jetzt.
Und falls du mit dem Wort „Verantwortung“ bisher nicht viel anfangen konntest, keine Sorge, in diesem Newsletter nehmen wir dieses Thema auseinander.
Mein Ziel: Dass du mehr Verantwortung übernimmst. Auch wenn dein Leben eine Herausforderung ist, oder besser gesagt, gerade deswegen!
Für mehr Ruhe & Gelassenheit; für dich und deine Familie im Speziellen und dein Umfeld im Allgemeinen.
Es wartet viel Arbeit auf uns. Aber es lohnt sich.
Bevor wir jedoch tiefer in die Materie steigen, möchte ich klarstellen, dass dies kein Angriff auf dich ist. Fühle dich nicht schlecht, wenn du das Gefühl hast, wenig Verantwortung zu übernehmen. Schäme dich nicht dafür und sei nicht zu hart zu dir.
Sei dir zwei Dinge bewusst:
- Es ist, wie es ist. Akzeptiere das. Freundlich und sachlich.
- Mache etwas daraus. Beginne damit, Verantwortung zu übernehmen. Sehe es als Pflicht. Für dich und deine Familie. Und den Rest der Menschen. (Ich werde gleich mehr über die Pflicht schreiben.)
Das mag zunächst wie ein Paradox klingen: Wie kann mehr Verantwortung zu weniger Stress führen? Lies weiter und du wirst verstehen, was ich meine.
Aber ich übernehme doch Verantwortung, denkst du vielleicht. Ich sorge für meine Familie, arbeite fleißig und versuche, ein guter Mensch zu sein.
Ja, das ist großartig, aber es reicht nicht aus.
Wenn ich von Verantwortung spreche, meine ich nicht nur die offensichtlichen Pflichten. Etwa Babys die Windeln zu wechseln oder das Mittagessen für die Kinder zuzubereiten. Ich spreche von deinem eigenen Erfolg, von deinem Glück.
Meine Definition von Verantwortung:
Verantwortung = Aktives Gestalten, bewusste (womöglich schwere) Entscheidungen treffen, Verantwortung für die Konsequenzen übernehmen, Probleme analysieren.
Meine Definition von Vermeidung:
Vermeidung = Passives Hinnehmen, Entscheidungen anderen überlassen, die Verantwortung auf andere schieben, Probleme unter den Teppich kehren.
Um was es heute geht
- Das Geheimnis des Erfolgs
- Warum wir Verantwortung meiden: ein Überblick
- Warum es sich lohnt, mehr Verantwortung zu übernehmen
- Praktische Lösungen: Wie man Verantwortung übernimmt
- Mut zur Verantwortung: Die brutale Wahrheit
Das Geheimnis des Erfolgs
Eines Tages war der Punkt bei mir erreicht. Ich wusste, künftig gibt es kein Zurück mehr.
Jedes Mal, wenn ich mit Erfolgsgeschichten konfrontiert wurde, ist mir eine Sache besonders aufgefallen: Erfolgreiche Personen übernehmen Verantwortung; für sich und für ihre Familie.
Aladins’s Wunderlampe war geöffnet. Das war der Trick.
Wer denkt, es handelt sich um Personen, die in gutem Hause aufgewachsen sind, täuscht sich. Gerade das hat mich besonders fasziniert, als mich diese Erkenntnis getroffen hat. Es gibt Dutzende Beispiele aus Sport, Film, Politik.
Kleine Kostprobe gefällig?
J.K. Rowling lebte als arme Alleinerziehende von Sozialhilfe, bevor sie die berühmte Harry Potter-Serie schrieb.
Arnold Schwarzenegger erlebte eine strenge Kindheit unter seinem autoritären Vater (er musste vor dem Frühstück jeweils eine bestimmte Anzahl Liegestützen machen 😅). Und wanderte ohne nennenswerte Unterstützung in die USA aus, wo er mit Sprachbarrieren und anderen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Dann wurde er eine Bodybuilding und Hollywood-Ikone. Außerdem verdiente er seine Sporen in der Politik.
Tony Robbins wuchs in einer dysfunktionalen Familie auf, musste in seiner Jugend mit häuslicher Gewalt und Armut umgehen, und sich um seine Geschwister zu unterstützen. Schließlich wurde er ein renommierter Motivationssprecher und Autor, der Menschen weltweit durch seine Seminare und Bücher inspiriert und unterstützt.
Oprah Winfrey wuchs in extremer Armut auf, erlebte mehrere Formen von Missbrauch und musste den Verlust eines Kindes im Alter von 14 Jahren verkraften. Der Rest ist Geschichten, wie man so schön sagt.
Thomas Edison hatte eine schwierige Kindheit und bekam wenig formale Bildung, bevor er zu einem der größten Erfinder wurde.
Frederick Douglass wurde als Sklave geboren und musste viele Härten ertragen, bevor er ein bekannter Abolitionist (eine Person, die sich für die Beendigung einer bestimmten Praxis oder Institution einsetzt, typischerweise die Sklaverei) und Schriftsteller wurde.
Steve Jobs wurde als Kind zur Adoption freigegeben und hatte eine schwierige Kindheit und Jugend, bevor er Apple gründete und die Welt revolutionierte.
Und was haben diese Personen gemeinsam?
Sie haben ihr Leben selbst in die Hand genommen. Verantwortung übernommen. TROTZ schwieriger, teilweise traumatischer Umstände!
Ist das genug Inspiration?
Falls dir das noch zu wenig ist, hier das ultimative Beispiel (mein persönlicher Favorit):
Madame C.J. Walker hatte eine äusserst schwierige Kindheit und Jugend. Sie wurde in einer Familie von ehemaligen Sklaven geboren und wurde bereits mit sieben Jahren Vollwaise. Sie heiratete mit 14, um der Misshandlung durch ihren Schwager zu entkommen, und wurde mit 20 Witwe. Trotz dieser Herausforderungen schaffte sie es, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen und zur ersten selbst gemachten Millionärin in den USA zu werden.
Wow!
Probleme sind relativ, das ist mir schon klar. Dennoch, überlege dir das mal für einen Moment. C.J. Walker hatte mit Herausforderungen zu kämpfen, die für uns so weit entfernt sind, dass wir uns diese kaum vorstellen können.
Warum schreibe ich über diese Menschen? Weshalb ist das wichtig? Besonders aus zwei Gründen:
- Wenn wir keine Verantwortung übernehmen, übernimmt es jemand anderes für uns. Was wir sehen, ist das Resultat, weil die Personen Verantwortung übernommener haben.
- Wenn wir keine Verantwortung übernehmen, leiden wir, und wahrscheinlich auch unsere Familie.
Aber wenn das so klar ist, warum ist es dennoch so schwer, tatsächlich Verantwortung zu übernehmen?
Was sind die Schwierigkeiten?
Niemand möchte von anderen gesteuert oder herumgeschubst werden. Niemand möchte sich und seine Familie leiden sehen.
Die 4 teuflischen Unruhestifter 😈
- Unwissenheit
- Unklarheit
- Unsicherheit
- Unterstellung
Punkt eins: Unwissenheit
Wir können Verantwortung übernehmen.
WIR.
KÖNNEN.
VERANTWORTUNG.
ÜBERNEHMEN.
Jeden Tag. In jedem Moment.
Diese Erkenntnis ist für manche vielleicht bereits ein Schock.
Einigen Menschen ist möglicherweise tatsächlich nicht bewusst, dass sie die Verantwortung für bestimmte Aspekte ihres Lebens übernehmen können (und sollten). Sie glauben, dass sie keine Kontrolle haben oder andere immer für sie entscheiden (Staat, Partner, das eigene Ego, Chef usw.).
Aber das ist natürlich Unsinn. Wir sind sehr wohl in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Mehr, als wir vielleicht glauben.
Und wenn du das als Provokation empfindest, dann ist dieser Text genau das Richtige für dich.
Punkt zwei: Unklarheit
Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Wir sagen, "Ja, ich möchte mehr Verantwortung übernehmen!", fragen uns aber, "Wofür?”
Für meine Gesundheit? Meine Kinder? Meine Karriere? Meine Emotionen?
Und wir graben tiefer. Wir streben nach mehr. Wir möchten mehr Sport treiben, uns gesünder ernähren, uns stärker um unsere Kinder kümmern, einen erfüllenden Job finden und unsere Impulsivität reduzieren.
Das ist der einfachste Teil.
Wenn wir nämlich wissen, was zu tun ist, ist immer noch unklar, wer welche Aufgabe hat. Wir sagen: "Ja, ich will mehr Verantwortung!" Aber fragen gleichzeitig: "Wer macht was?”
Obwohl gewisse Dinge klar sind, gilt das nicht für alle Bereiche.
Wenn ich etwa mehr Sport treiben sollte, liegt die Verantwortung bei mir. Einverstanden? Aber wenn es um eine bessere Ernährung geht, sind dann nicht meine Frau oder mein Mann genauso verantwortlich für das, was wir einkaufen und wie wir uns ernähren?
Gehe ich regelmäßig mit den Kindern nach draussen zum Spielen oder meine Frau?
Besorgt mein Mann das Nachtessen oder ich?
Wer kümmert sich um den Papierkram?
Wer pflegt die Kinder, wenn sie krank sind?
Wer verdient das Geld, damit Speis, Trank und ein Dach über dem Kopf gewährleistet sind?
Was hier fehlt, ist die Rollenverteilung, das Abstecken der Verantwortlichkeiten.
Hier gibt es nur drei Möglichkeiten:
- Ich übernehme die Verantwortung
- Jemand anderes übernimmt die Verantwortung (zB meine Frau)
- Wir übernehmen die Verantwortung gemeinsam (zB meine Frau und ich)
Ohne klare Rollen und Verantwortlichkeiten können Verwirrung und Missverständnisse entstehen. Es ist unklar, was genau erwartet wird und welche Aufgaben zu erfüllen sind.
Dies kann zu doppelter Arbeit und Konflikten führen, was Frustration und Impulsivität verursachen kann.
Dies wiederum führt zu Ineffizienz in unserem Energiehaushalt und belastet zudem unsere mentale Gesundheit.
Nachdem wir herausgefunden haben, worin wir Verantwortung übernehmen möchten, und die Rollen verteilt sind, können wir uns zurücklehnen und uns entspannen.
Ha! Schön wärs! 😅
Obwohl wir Klarheit haben und unsere Verantwortungsbereiche kennen, herrscht noch immer Unsicherheit. Warum?
Punkt drei: Unsicherheit.
Drei Ideen möchte ich nennen, die Unsicherheit verursachen können.
Erstens könnte es an der schieren Überwältigung der Aufgaben liegen und der Frage, wie damit umgegangen werden soll.
A. B. C. D. E. F. Dies. Das. Jenes. Hier. Dort. Immer. Alles. Ich. Wo. Soll. Ich. Anfangen. 🤯
Wie soll ich mehr Quality Time mit meinen Kindern verbringen, wenn ich im Job so oft unterwegs bin.
Wie soll ich freundlicher zu meinem Mann sein, wenn ich doch den ganzen Tag gestresst bin (zB im Job oder mit den Kindern).
Was soll ich einkaufen. Was soll ich kochen.
Jede weitere Frage verunsichert uns noch mehr. Wir glauben nicht, dass wir noch lange damit umgehen können. Eines Tages sind wir wie gelähmt.
Darum geben wir unsere Verantwortung ab. Das ist leichter. Wir tun dies, indem wir sie eiskalt ignorieren, strikt verweigern oder freundlich ablehnen.
Wir wissen, was zu tun wäre, dass es an UNS liegt, fühlen uns aber überfordert (das ist das Schlimmste daran).
Wir sagen uns: Damit will ich nichts zu tun haben! Nein, danke.
Der Sprung auf die Couch, in die Resignation, ist von da an nicht weit.
Idee zwei bezüglich Unsicherheit: Angst vor Fehlern.
Die Sorge, etwas falsch zu machen und zu versagen, kann uns davon abhalten, Verantwortung zu übernehmen.
Diese Versagensängste sind tief in uns verwurzelt. Sie entstehen aus unseren Urinstinkten, die in Zeiten entwickelt wurden, in denen Fehler oft schwerwiegende oder sogar tödliche Folgen hatten.
Obwohl wir uns als Menschheit weiterentwickelt haben, sind diese Muster noch immer in unserem Gehirn vorhanden.
Das Paradoxe ist, dass wir das wissen, aber trotzdem oft Angst haben. Es ist, als ob wir eine Attrappe einer Schlange sehen, wissen, dass es eine Attrappe ist, aber dennoch Angst davor haben, weil sie so echt aussieht.
Und natürlich machen wir Fehler, wenn wir Verantwortung tragen. Niemand ist perfekt. Es ist auch möglich, dass wir unseren Partner enttäuschen. Aber diese Enttäuschung ist immer noch kleiner als unsere eigene Enttäuschung, wenn wir keine Verantwortung übernehmen.
Die dritte Idee über Unsicherheit handelt von der Abgrenzung.
Wenn wir dem Partner nicht zutrauen, die Kinder in den Kindergarten zu bringen, können wir nicht loslassen. Wir sind unsicher und würden das lieber selbst machen.
Es beschäftigt uns, wenn unsere Kinder ihre Hausaufgaben machen sollten, während wir arbeiten. Wir fragen uns, ob sie es wohl allein schaffen. Wir sind unsicher und würden gerne helfen.
Es ist klar, dass am Montag unser Partner gesunde Lebensmittel einkaufen geht. Doch werden die Lebensmittel, die ich möchte, auch eingekauft? Wir sind unsicher und gehen selbst noch etwas einkaufen.
Ergo haben wir nichts davon, wenn wir die Verantwortung abgeben.
Die Rollenverteilung ist eindeutig, aber unser Stresspegel ist wegen fehlender Sicherheit weiterhin groß.
Die Ironie hier ist, dass wir auch lernen sollten, Verantwortung zu übernehmen, indem wir Verantwortung abgeben.
Verantwortung für unsere emotionale Gesundheit, wenn man so möchte.
Oder?
Und wenn wir unsicher sind, gehen wir einen Schritt zurück zu Schritt eins: Klarheit. Und fangen von vorn an.
Allerdings ist uns das alles zu anstrengend.
Deshalb gibt es den vierten Punkt.
Punkt vier: Unterstellung.
Statt konstruktive Lösungen zu suchen, geben wir anderen die Schuld (was noch schlimmer ist als eine Couch-Potato zu sein! 😅).
Wir beginnen damit, uns über alles und jeden zu rechtfertigen.
Und werden womöglich impulsiv. Vielleicht sogar gemein, herablassend und respektlos.
ICH mache schon genug. ICH mache das, dies und jenes!
Was machst DU? Machst DU gefälligst auch mal etwas!
Ja, nichts tun ist bequemer. Bloß nicht noch mehr Stress. Das Problem ist jedoch, dass es mittel- und langfristig nicht dabei bleibt. Irgendwann bricht der Vulkan aus. Die Frage ist nur, wo die Bruchstelle liegt, und wann es so weit ist.
Druck. Druck. Druck. Ja, so ist es. Während wir andere erdrücken, drücken wir uns vor unserer Verantwortung.
Anderen die Schuld zu geben, bedeutet immer, Ausreden zu kommunizieren. Hier ein paar typische Satzendungen auf “Mir geht es so schlecht …”
- … weil der Staat mich nicht unterstützt
- … weil ich ADHS habe
- … weil meine Arbeit zu stressig ist
- … weil ich Kinder habe
- … weil mein Partner mich nicht unterstützt
- … weil meine Eltern mich nicht richtig auf das Leben vorbereitet haben
- … weil es unfair ist
- … weil meine Freunde mich nicht verstehen
- … mäh, mäh, mäh. Bla, bla, bla.
Not bueno.
Das Schlimmste daran?
Sobald wir unsere Ausrede zum Besten gegeben haben, spüren wir, dass unsere Ausreden a) nichts bringen, und b) NICHTS bringen!
Schon mal darüber nachgedacht? Wenn ich das tue, möchte ich gleichzeitig lachen und weinen 🤣 Ausreden bringen einfach nichts.
Nada. Null. Nichts. Niente. Überhaupt nichts. Rein gar nichts. Absolut nichts.
Jedenfalls können wir festhalten, dass alle vier Punkte (Unwissenheit. Unklarheit. Unsicherheit. Unterstellung) dazu führen, dass Wünsche, Ziele und Aufgaben übersehen oder vernachlässigt werden.
Es ist wie die schwarzen Gewitterwolken am Horizont zu sehen, den Wind bereits in der Luft zu spüren, sich aber einzureden, dass alles gut kommt, wir weder Schirm noch wetterfeste Kleidung benötigen.
Um Klartext zu sprechen: Wer keine Verantwortung im Leben übernimmt, könnte unter geringem Selbstvertrauen, fehlender Perspektive und einer allgemeinen Unzufriedenheit leiden. Wem das zu abstrakt ist: Wir riskieren eine gescheiterte Familie, eine angeschlagene Gesundheit oder einen sinnlosen Job.
Bevor wir uns nun den dringend benötigten Lösungen zuwenden, hier noch ein philosophischer Gedanke zu mehr Verantwortung.
Ruhe und Gelassenheit als moralische Pflicht. Oder Philanthropie 2.0
Ich habe kürzlich den Satz gehört: "Glücklichsein ist eine moralische Pflicht".
Diese Aussage ist bemerkenswert. Denn du bist nicht nur glücklich für dich, sondern auch für alle anderen. Überlege mal. Wenn du unglücklich bist, Trübsal bläst und Trauer verbreitest, steckst du andere damit an. Und machst die Welt zu einem schlechteren Ort.
Frage Google nach “Mental Illness Epidemic”, was so viel wie “Seuchenartige Ausbreitung von psychischen Erkrankungen” heißt.
Das Wort “Epidemie”, also “Ausbreitung” ist kein Zufall. Viele Psychologen sprechen heutzutage tatsächlich davon, dass die menschliche mentale Gesundheit sich nicht nur verschlechtert, sondern auch verbreitet.
Stimmung und Wohlbefinden SIND ansteckend!
Wie wir uns fühlen, was wir denken und wie wir handeln, IST ansteckend!
Wenn dir all das gleichgültig ist, bist du entweder ein Psychopath, ein Egozentriker oder hast ein anderes ernsteres Problem. Das schreibe ich mit so viel Empathie, wie in einem Text nur möglich.
An dieser Stelle sagst du vielleicht: Mir geht es zwar nicht gut, aber ich behalte es für mich und beeinflusse andere nicht negativ.
Ich bin hier, um zu sagen, dass das nicht stimmt!
Das ist wie ein Parfüm zu tragen. Auch wenn du es selbst nicht riechst, nehmen es die Menschen um dich herum wahr.
Unterschätze niemals, welche Auswirkungen du auf deine Kinder, deinen Partner oder deine Arbeitskollegen hast (sowohl positiv als auch negativ).
Das fiese ist, dass wir die negativen Auswirkungen nicht sofort spüren. Unglücklich zu sein schlägt nicht wie eine Atombombe ein, sondern wirkt eher wie ein konstanter Wassertropfen auf einen Stein.
Negative Gedanken und destruktive Taten mögen klein erscheinen, mit der Zeit aber kann das die Welt nachhaltig beeinflussen, ohne dass wir es merken.
Der Witz an dem Ganzen ist: Wenn wir anderen die Schuld für etwas geben, ist das vielleicht sogar unsere eigene Schuld. 🤯 💡
Worauf ich hinaus möchte, ist Folgendes:
Ruhe und Gelassenheit stellen für mich eine Form von Glücklichsein dar.
Wenn wir ständig unruhig oder impulsiv sind, beeinträchtigen wir nicht nur uns, sondern auch unsere Familie und schliesslich die Welt.
Denken wir für einen Moment nur an unsere Kinder.
Wie soll die Zukunft unserer Kinder aussehen?
Sollen das labile, verängstigte, verantwortungslose Wesen sein, die den Planeten Erde belasten?
Oder sollen das starke, mitfühlende, reflektierte, verantwortungsbewusste Persönlichkeiten sein, die den Planeten Erde zu einem besseren Ort machen?
Was wollen wir?
Nicht für uns. Aber für unsere Kinder, und deren Kinder, und deren Kinder, und deren Kinder.
Und bedeutet das dann nicht, alles zu geben? Verantwortung zu übernehmen!
Ist das nicht wahre Menschenliebe?
Philanthropie 2.0?
Und steht diese Ansicht nicht im Einklang mit den Prinzipien des klassischen Humanismus? Bildung und persönliche Entwicklung (+ Verantwortung), um das individuelle Potenzial zu maximieren. Aber auch, um das Wohl der Gesellschaft als Ganzes zu verbessern.
Deshalb denke ich: Wir sollten Verantwortung übernehmen. Ruhig und gelassen sein. Es ist eine moralische Pflicht.
Besonders, wenn man mit einem Partner und Kindern zusammenlebt.
Nun, da wir die Schwierigkeiten (die vier teuflischen Unruhestifter) kennen, die mit Verantwortung einhergehen, und auch deren Wichtigkeit einsehen, hier die Lösungsschritte zu “Wie man Verantwortung übernimmt”.
Die sieben heiligen Engel 😇
- Einsicht
- Erleuchtung
- Entschlossenheit
- Erstellen
- Erklären
- Empathie
- Evaluierung
Das sind viele Punkte, ich weiß.
Bevor dir jetzt aber der Kopf platzt, mache dir bewusst, DAS sind die Lösungen.
Es gibt keine Abkürzung. Es gibt nur Arbeit.
Also, los geht es.
Punkte eins: Einsicht
Wenn dir unklar ist, worin du Verantwortung übernehmen möchtest, gehe spazieren, schreibe Tagebuch oder spreche mit einer vertrauten Person darüber. Ich nenne es das heilige Dreieck.
Wenn du mehr dazu wissen möchtest, lies meinen letzten Newsletter.
Und wenn du keine Zeit zum Tagebuchschreiben usw. hast, dann lese den Newsletter davor.
Auch du hast dreißig Minuten täglich. Ich weiß es. Du musst sie dir nur freischaufeln.
Netflix bietet Entspannung und Ablenkung, aber keine Einsicht.
Um einsichtig zu sein, müssen wir offen sein. Damit wir nachdenken können; mit uns selbst in einen Dialog treten, etwa indem wir Tagebuchschreiben; oder andere Menschen um uns herum zurate ziehen.
Es sind Fragen wie diese: Weiß ich eigentlich, was ich in meinem Leben möchte? Und wie sieht das genau aus, “Eine bessere Beziehung zu meinem Partner”? Oder warum gebe ich andauernd meinem Mann die Schuld für Dinge, die ICH vielleicht tun könnte oder sogar sollte?
Überspringe diesen Schritt nicht. Wenn du einsichtig bist, ist vieles leichter.
Obwohl wir noch immer wenig wissen, haben wir nun genug Wissen, um zu wissen, dass wir nun lernen müssen.
Punkt zwei: Erleuchtung
Du kannst damit beginnen, mehr Verantwortung zu übernehmen, indem du dich weiterbildest.
Wissen sammelst und noch wichtiger, dieses Wissen später anwendest.
Es ist eine Art Erziehungskur, die wir uns auferlegen.
Wir lesen Bücher, schauen YouTube-Videos, lesen Newsletter wie diesen, nehmen an Workshops teil usw.
In kurz: Wir suchen Rat bei Mentoren, Therapeuten, Freunden oder Coaches.
Wir werden konkreter in Bezug auf unser Leben.
Wenn wir unsere Beziehung zu unseren Kindern verbessern wollen, dann fragen wir YouTube oder Google “Wie verbessere ich die Beziehung zu meinen Kindern, wenn ich unruhig bin?”
Am Ende sind wir informierter und können bessere Entscheidungen treffen.
Punkt drei: Entschlossenheit
Hier geht es um unsere emotionale Bereitschaft.
Unklarheit sowie Unsicherheit können durch Einsicht und Planung minimiert werden. Aber ohne Entschlossenheit oder innere Überzeugung fehlt uns die Motivation.
Wir benötigen ein Warum.
Warum möchte ich eine bessere Figur?
Warum möchte ich selbstständig sein?
Warum sollte ich täglich meditieren?
Warum sollte ich die Woche planen?
Beantworte Fragen wie diese, um Energie für die Umsetzung zu gewinnen.
Energie benötigst du auch, um aus deiner Komfortzone herauszukommen. Fordere dich selbst heraus, neue Dinge auszuprobieren und Risiken einzugehen. Dies wird dir helfen, Verantwortung zu übernehmen und zu wachsen.
Dein WARUM ist der Treibstoff für deine Handlungen.
Punkt vier: Erstellen
Hier geht es um Strategie, Taktik, Planung. Es geht darum, noch mehr Klarheit zu schaffen. Eine Karte zu erstellen. Deine persönliche Lebenskarte.
Setze dir klare Ziele und schaffe einen Plan, um diese Ziele zu erreichen. Dies wird dir helfen, Verantwortung für deine Handlungen zu übernehmen.
Wenn du nicht weißt, wie du Ziele festlegst, nutze das als Erkenntnis (EINSICHT), um mehr darüber zu lernen (ERLEUCHTUNG).
Wenn du dich von deinen Aufgaben (Verantwortungsbereiche) überwältigt fühlst, erstelle eine Liste mit den fünf wichtigsten Aufgaben. Wähle dann die allerwichtigste Aufgabe aus und streiche die anderen vier. Dies erleichtert die effektive Bewältigung deiner Aufgaben.
Ich habe eine Frage: Gehst du lieber blind in den Dschungel oder mit einer detaillierten Karte?
Wenn du deine Aufgaben und Ziele nicht deutlich sichtbar machst (aufschreibst und ausdruckst), oder noch schlimmer, keinen Plan hast, wie du diese regelmäßig mit deinem Partner besprechen kannst, dann bewegst du dich blind durch den Dschungel. Und das führt zu Problemen.
Punkt fünf: Erklären
Im Wort Erklären steckt das Wort klären. Klarheit schaffen.
Wenn wir unsere Ziele und Aufgaben kennen, bedeutet das nicht, dass unsere Partner diese auch kennen, respektive wie sie darüber denken.
Oder schlimmer, ob sie damit einverstanden sind. Dies bringt Unruhe. Es ist effektiv, der Stoff, aus dem Stress gemacht ist.
Sobald wir also unsere Ziele und Absichten jemand anderem (zB dem Partner) mitteilen, können wir einen wertvollen Austausch starten.
Feedback zu bekommen, ist kritisch. Dies hier ist keine 1-Personen-Show.
Wir müssen kommunizieren, immer und immer wieder. So wichtig!
Schließlich fällt eine Last von unseren Schultern, denn endlich wissen wir, ob der Weg, den wir einschlagen wollen, der Richtige für uns und unsere Familie ist.
Indem wir uns erklären, wollen wir Missverständnisse vermeiden, und Verständnis schaffen.
Aber das ist nicht immer leicht. Daher Punkt sechs.
Punkt sechs: Empathie
Empathisch zu sein bedeutet, zu verstehen (intellektuell, nicht notwendigerweise emotional), was unser Gegenüber denkt und fühlt.
Empathie bedeutet, einen Perspektivwechsel vorzunehmen.
Nicht was ICH möchte, sondern was MEINE FRAU möchte.
Rücksicht darauf zu nehmen, auch wenn ich die Emotionen nicht nachempfinden kann. Dies ist der kritische Punkt.
Dies ist eine intellektuelle Aufgabe, um ein emotionales Thema richtig einzuordnen.
Punkt sieben: Evaluierung
Erneut können wir uns das heilige Dreieck, bestehend aus 1. Tagebuchschreiben, 2. Spazieren gehen, 3. Mit vertrauter Person austauschen -, zunutze machen.
Denn wir benötigen Ruhe, um gründlich nachdenken zu können.
Auch Zeit, Energie und Konzentration benötigen wir.
Ich weiß, reflektieren kann mühsam sein, ist aber wichtig.
Ein Fußballspiel ist eben nicht nach neunzig Minuten fertig, sondern nach vielleicht fünfundneunzig. Es gibt immer Nachspielzeit. Und wer hier aufhört zu spielen, kassiert womöglich ein Tor.
Wenn du deine Verantwortung nach zwei Monaten bereits vernachlässigst, kommen die Probleme größer zurück.
Daher stelle dir regelmäßig Fragen wie diese:
- Wie habe ich in den vergangenen Tagen, Wochen oder Monaten gehandelt?
- Habe ich alles gegeben?
- Was kann ich besser machen?
- Wie haben meine Entscheidungen andere Menschen beeinflusst?
- Habe ich meine Ziele erreicht?
- Was habe ich aus meinen Fehlern gelernt?
Wenn du dir solche Fragen regelmäßig stellst, erkennst du Muster, und verstehst besser, wie du deine Verantwortung besser wahrnehmen kannst.
Mehr Achtsamkeit = mehr Verantwortung.
Folgendes können wir zusammenfassend festhalten:
Einsicht ist der erste Schritt, da wir zunächst verstehen müssen, wie wir eigentlich im Leben wollen, und welche Ziele wir verfolgen möchten.
Nachdem wir Einsicht(en) gewonnen haben, suchen wir nach Erleuchtung, um unser Wissen und Verständnis zu erweitern und Unwissenheit zu überwinden.
Ist das Wissen vorhanden, folgt die Entschlossenheit, um Unsicherheiten zu überwinden.
Und wir erstellen Pläne für die Umsetzung. Formulieren klare Ziele und machen diese sichtbar.
Danach erklären wir uns. Kommunizieren immer und immer wieder. Klären Missverständnisse und schaffen Verständnis.
Wir nehmen auch Rücksicht, denn es geht nicht nur um uns, unsere Familie ist keine 1-Personen-Unternehmung.
Empathie ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen, um Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Diese sieben Schritte sind die Antwort auf die Frage “Wie wir mehr Verantwortung übernehmen können”
Einsicht. Erleuchtung. Entschlossenheit. Erstellen. Erklären. Empathie. Evaluierung.
Das Wichtige bei Lösungen ist, dass jeder Schritt zählt. Es gibt nicht nur eine Sache, die alles löst. Ähnlich wie ein Puzzle, das aus vielen Teilen besteht.
Und das Puzzle Ich-möchte-mehr-Verantwortung-übernehmen, hat viele Teile.
Wenn ich im Kontext “Verantwortung zu übernehmen” jedoch eine Sache herausstreichen müsste, dann wäre das Klarheit.
Klarheit ist alles.
So weit, so gut. Aber warum sollte ich nochmals mehr Verantwortung übernehmen?
Wo soll ich anfangen?
Die Liste der Vorteile ist so lang, dass sie den Rhein hinauf und hinunterreichen würde.
Mache es für mehr Ruhe und Gelassenheit + 9 weitere Gründe
Wenn wir einen Zustand von Ruhe und Gelassenheit erreicht haben, dann sind wir schon sehr weit gekommen.
Das ist also kurz zusammengefasst, warum es sich lohnt, mehr Verantwortung zu übernehmen.
Wir machen das nicht zwecklos, weil wir uns quälen wollen. Sondern, weil wir ein besseres Leben wollen.
Wenn wir Verantwortung übernehmen, haben wir es uns auch verdient.
Hier ein paar der wichtigsten Vorteile:
- Selbstkontrolle: Du wirst nicht länger das Gefühl haben, ein Opfer der Umstände zu sein. Du wirst erkennen, dass du die Kontrolle über dein Schicksal hast und du die Macht hast, dein Leben zu ändern.
- Problembehandlung: Du wirst besser darin, Probleme zu lösen, weil du lernst, aktiv zu handeln und die Verantwortung für die Lösung von Problemen zu tragen.
- Beziehungen: Du wirst eine stärkere Beziehung zu anderen aufbauen, da du Verantwortung für deine Interaktionen und Beziehungen übernimmst.
- Zufriedenheit und Erfüllung: Du wirst mehr Zufriedenheit und Erfüllung in deinem Leben fühlen, da du deine eigenen Ziele erreichst und deine Träume verwirklichst.
- Selbstvertrauen: Du wirst Selbstvertrauen aufbauen, da du lernst, mit Herausforderungen umzugehen und deine Fehler als Lernmöglichkeiten zu sehen. Es entsteht der Competence-Confidence-Loop.
- Resilienz: Du wirst resilienter gegenüber Stress und Herausforderungen, da du lernst, Verantwortung für dein Wohlbefinden zu übernehmen.
- Respekt und Anerkennung: Du wirst mehr Respekt und Anerkennung von anderen erhalten, da du Verantwortung für deine Taten übernimmst.
- Innere Stärke und Unabhängigkeit: Du wirst eine größere innere Stärke und Unabhängigkeit entwickeln, da du nicht mehr auf andere angewiesen bist, um Entscheidungen für dich zu treffen.
- Vorbild: Du tust, was du tun musst, und zeigst dadurch, was getan werden kann. Die Menschen um uns herum sehen das.
Mut zur Verantwortung: Die brutale Wahrheit
Wenn du dich schlecht fühlst, Schuldgefühle hast oder in einer schwierigen Lebenssituation steckst, wird niemand Mitleid mit dir haben.
Die Welt schuldet dir nichts.
Auch wenn du Unrecht erfährst oder eine Situation als unfair empfindest, bist du nicht allein in deinem Leiden. Du bist nicht so einzigartig, wie du vielleicht denkst.
Niemand wird dir das Leben retten, ADHS oder Kinder hin oder her.
Es ist an der Zeit, aufzuhören, die Opferrolle zu spielen und stattdessen Verantwortung für dein eigenes Leben zu übernehmen.
Ich will damit keineswegs deine Probleme herunterspielen oder dich herabsetzen, sondern dir die Wahrheit aufzeigen.
Akzeptiere diese Wahrheit und übernimm die Verantwortung, um dein Traumleben zu lancieren.
Zwar erfordert es Mut und Entschlossenheit, Verantwortung zu übernehmen. Aber die Belohnungen sind es wert.
Denke daran: Du hast die Kontrolle und die Macht, dein Leben so zu gestalten, wie du es möchtest. Nutze diese Chance.
Du bist stärker, als du denkst, und hast das Potenzial, Großes zu erreichen. Mache den ersten Schritt und entdecke, was möglich ist.
Los geht’s!
Kennst du solche Wochen auch?
Dann lass uns reden. 30 Minuten, zwei Eltern mit demselben Alltag. Oder hol dir den nächsten Brief direkt ins Postfach.
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