← Alle Briefe Brief · 29. April 2022 · 12 Minuten Lesezeit

Täglich 1% besser

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XY

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Wer ein Jahr zurück schaut und sich nicht dafür schämt, wer er war, der macht etwas falsch, hat der Philosoph Allain de Botton in einem Buch geschrieben.

Das Wort Disziplin bedeutet lernen, nicht kontrollieren, unterwerfen, nachahmen und anpassen. Krishnamurti

Nur die Allerklügsten und die Allerdümmsten ändern sich nie. Konfuzius

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

PVGS

Prämisse

👎 Von

👍 Zu

Vision

Grund

Strategie

Meine Erfahrungen

👍 Positive Aspekte / Chancen

👎 Negative Aspekte / Gefahren

Persönliche Story

Interkonnektivität zwischen Kategorien

Letzte Worte

Text

Vorbemerkung

mini-clip von berner, wie er sagt: eis-ums-angere?

Wer glaubt, dass man nur auf den Tag warten muss, bis sich alles zum Guten wendet, weil man dann alles verändert, der wird sich nie ändern. Obwohl grosse Änderungen manchmal grosse Taten voraussetzen, sind es die kleinen Taten, die uns zu den grossen führen, wir sind nur blind für diese.

PVGS

Prämisse

👎 Von

👍 Zu

Vision

Grund

Strategie

Meine Erfahrungen

👍 Positive Aspekte / Chancen

Manche Philosophen glauben ja der Sinn des Lebens bestehe darin, als Mensch zu wachsen. Ich will erst gar nicht versuchen, dem zu widersprechen. Die Schwierigkeit würde nicht darin bestehen, dass man keine anderen Punkte finden würde, sondern etwas, was sozusagen über über dem Begriff Wachstum stehen würde. Wachstum trifft den Kern des Lebens dermassen gut, weil darin sowohl die Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten und Herausforderungen enthalten sind als auch Befriedigung und Ruhe zu finden sind.

Die 1% Methode bietet die Chance, sich vom Leben nicht unterkriegen zu lassen und dem Leben paroli zu bieten. Beinahe alles kann zu einer gewaltigen, progressiv, überproportionalen Verbesserung führen, wenn man nur lange genug dran bleibt.

Wer von der Schweiz nach China gehen möchte, zu Fuss, der wird so schnell nicht ankommen. Auch erschreckt einen die Zahl 7’500km. Wer aber jeden Tag ein Stück geht, ein Jahr lang, der braucht nur knapp zwanzig Kilometer zu gehen, um in einem Jahr dort anzukommen. Was nicht wenig ist, aber für einen gesunden Menschen definitiv machbar wäre!

Fokus auf nur eine Sache, für eine ganze Woche. Etwa eine Gewohnheit oder Routine. Beispiel: eMails bearbeiten.

Montag: eMails werden direkt als erstes am Morgen bearbeitet, was dazu führt, dass ich erst mal reagiere und nichts produziere. Was nicht per se schlecht ist, aber dennoch zu Frust führen kann, wenn es dauernd so gemacht wird, während man andere, wichtige Dinge vor sich her schiebt. Darum die Verbesserung für den nächsten Tag: Keine eMails bearbeiten am Morgen oder Vormittag, frühestens erst nach dem Mittag.

Dienstag: eMails werden nach dem Mittagessen bearbeitet. Dann bin ich plötzlich zwei Stunden dran, obwohl ich nur wenige eMails bearbeitet habe, denn auf ein Mal finde ich mich auf Seiten wieder, auf welche mich bestimmte Newsletter gebracht haben. Verbesserung für den nächsten Tag: Ich lese Newsletter erst, nachdem ich alle eMails bearbeitet habe.

Mittwoch: Newsletter werden erst gelesen, nachdem alle wichtigen eMails bearbeitet, das heisst beantwortet wurden. Dennoch verbringe ich zu viel Zeit mit den Newslettern und den darin zugegebenermassen Interessanten Themen. Verbesserung für den nächsten Tag: Wenn ich Newsletter lese, stelle ich mir einen Timer auf zwanzig Minuten. Wenn die Zeit abgelaufen ist und ich noch immer am Lesen und stöbern bin, setze ich das zu Lesende, was auch immer es ist, auf die Leseliste.

Donnerstag: Nachdem der Timer für das Lesen der Newsletter abgelaufen war, merke ich, wie ich dennoch frustriert bin, weil es zu viel Input ist und ich danach für weitere Aufgaben nur schwer in die Gänge komme. Verbesserung für den nächsten Tag: Ich bestelle alle Newsletter ab, die ich im Grunde gar nicht lese oder nur halb.

Freitag: Nachdem ich zum fünften Mal in der Woche sämtliche eMail bearbeitet habe, denke ich, dass es vielleicht auch alle zwei Tage geht. Verbesserung für den nächsten Tag: Ich schaue nach dem Mittag zwar meine eMails an, beantworte jedoch nur die wirklich dringenden, zB Anfragen von Kunden oder Notfälle.

Mit diesem einfachen Beispiel sollte klar sein, welche Macht der 1% Methode zu Grunde liegt.

Eine der zufriedenstellendsten und zur allgemein Gelassenheit führenden Tatsachen ist es, zu wissen, dass etwas geht.

Dabei sind zwei Punkte hervorzuheben. Erstens: Stillstand bedeutet tod. Eine Erläuterung hierzu ist nicht notwendig, denke ich. Zweitens: Ungewissheit verursacht Stress. Ich meine das wie folgt: Wer also sieht, dass nicht nur etwas gegangen ist in den vergangenen Wochen und Monaten, also konkrete Ergebnisse vor sich liegen hat, sondern auch über die sogenannte Selbstwirksamkeit verfügt, nämlich Dinge tatsächlich angehen zu können, die einen einfach gesagt stören, der hat die Gewissheit, das sein Leben besser wird. Man weiss zwar noch nicht unbedingt, was und wie es besser wird. Aber dass es überhaupt besser wird, gibt Hoffnung und Zuversicht. Man fühlt sich nicht länger verloren.

Beweise für die Liebesbeziehung zu sammeln klingt äußerst unromantisch. Nicht aber, wenn wir uns den vorherigen Absatz mit den zwei Punkten vergegenwärtigen, ja besser sogar uns diese als Faktum der Menschlichen Psyche eingestehen.

Die 1% Methode ermöglicht es uns, Befriedigung und Dankbarkeit zu praktizieren. Schon mal eine schlechte Woche gehabt, dann aber genau hingeschaut, um festzustellen, was man alles erreicht sowie Gutes bewirkt hat? Es hilft ungemein!

Plötzlich entdeckt man Dinge auf der Liste, von denen man noch vor ein paar Monaten zu kämpfen hatte und über die man Heute schmunzelt, weil es beinahe lächerlich scheint. Man ist besser geworden, gewachsen.

Seht Euch dazu das Konzept der Vorwärts-Kluft und Rückwärts-Kluf an, das Vishen Lakhani in seinem Buch xy beschreibt.

👎 Negative Aspekte / Gefahren

An manchen Tagen gibt es gleich mehrere Dinge, die man am nächsten Tag besser machen möchte. Alles auf einmal. Und zwar sofort. Quasi auf den Berg fliegen wollen. Das geht nun aber leider nicht. Obschon eine kleine Veränderung durchaus mal eine große Veränderung bewirken kann. Denken wir nur an die Temperatur. Das Eis schmilzt nicht bei. 4°, auch nicht bei -2°, auch nicht bei -0,5°, sondern erst bei 0°, dann aber schmilzt es, was je nach dem tatsächlich eine enorme Veränderung verursachen kann. Ich hoffe das Beispiel leuchtet ein. Nun aber zurück zum Problem.

Wer alles subito haben möchte, der muss sich schlicht in Geduld üben. Wie bereits unter Positive Aspekte / Chancen beschrieben, gibt es zwar Strategien, die hilfreich sind, dennoch ist es gut nachvollziehbar, wenn manche Personen ungeduldig werden. Denn es liegt ja auf der Hand, welches Potenzial diese 1% Methode bietet. Doch für vorauseilende und eifrige Personen ist diese Methode beinahe schon eine Qual, eben weil es soooooooooo laaaaaaaaaagsaaaaaaaaaaam geeeeeeeeeeeeht. …

Nur festhalten, was alles besser sein könnte, reicht definitiv nicht. Das besser-werden muss konsequent umgesetzt werden.

Die Herausforderung besteht darin, dass es zwingend ein System dafür benötigt. Sei es noch so spartanisch, ohne geht es nicht. Doch wer klug und aufmerksam ist, dem ist vermutlich bereits eine Methode durch den Kopf geflogen, wie dieses Problem gelöst werden könnte. Wie wäre es mit Fokus für eine Woche auf eben nur diese Schwierigkeit, so wie ich es oben mit dem Beispiel eMails illustriert habe?

Letztlich ist dies ohne Zweifel das Fundament. Wer also keinen Weg findet, um das Gewünschte tatsächlich auch umzusetzen, der wird mit der 1% Methode scheitern.

Es gibt Themen oder sogar einzelne Verbesserungen, die, obwohl konkret und simpel formuliert, nicht umgesetzt werden. Es gibt Aberdutzende Gründe dafür; Krankheit; ein dazwischen gerutschter Termin; emotionales tief; vergessen respektive zu wenig genaue Erinnerungshilfe; zu viel vorgenommen; zu geringe Motivation; und und und.

Hier gilt: dranbleiben. Gegebenenfalls schreibt man es sich Tage später nochmals auf. Wiederholung als Hinweis, dass womöglich zu groß gedacht wurde oder das Problem vor der Wurzel her betrachtet werden muss. Etwa mit einem Mind Map, wofür fünfzehn Minuten bereits ausreichen könnten. Es als Chance begreifen.

Persönliche Story

Zur Rückwärts-Kluft habe ich bereits etwas geschrieben. Wenn ich meine täglichen 1%-Verbesserungen durchlese, fallen mir zwei Dinge auf, woran ich grosse Freude habe. Es ist dies einmal zwar keine Story im eigentlichen Sinne, dennoch erachte ich es als wertvoll, meine persönlichen Erkenntnisse, welche beide Punkte zweifelsfrei sind, zu teilen.

Erstens: Mit der 1% Methode habe ich es schließlich geschafft, zur immer gleichen Zeit zu schreiben. Mein Schreiben ist als Routine fix verankert, sowohl in meiner Woche als größerer Block als auch täglich als kürzere Einheit.

Zweitens: Nach fast einem Jahr Erfahrung hat sich für mich klar herauskristallisiert, dass bestimmte Themen immer wieder vorkommen, und nur dann wirklich verbessert werden, wenn sie ein paar Tage am Stück behandelt werden. Nur somit lässt sich ein ernsthafter Fortschritt erzielen. Sich konsequent um 1% zu verbessern bringt auf lange Sicht mehr, als zu denken, es sei jetzt gut für alle Zeiten und man könne zum nächsten Thema springen. Im Grunde macht das ja auch kaum Sinn; heute die Liebesbeziehung verbessern, morgen die Karriere, übermorgen die eigenen Emotionen, etc. Eine solche Methode kann nur halbgar sein, und zwar deshalb, weil es für unser Gehirn ein zu großes Durcheinander ist. Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass in einzelnen Bereichen und Dingen dies nicht auch funktionieren kann. Ich sage nur, dass, wer größere Veränderungen anstrebt, besser eines nach dem anderen angeht. Für mich persönlich, als ein umtriebiger, stets auf das nächste Projekt fokussierter Mensch (ich meine nicht nur Karriere, sondern auch alles andere, wie Liebesbeziehung, Kinder, Quality of Life, etc.), hat sich diese Vorgehensweise als äußerst wertvoll herausgestellt. Man verbessert sich langsam, dafür mit Qualität.

Interkonnektivität zwischen Kategorien

Letzte Worte

Wirst du eines Tages den Mount Everest besteigen? Mozart-Stücke auf dem Piano spielen? Ein Buch a la “Hundert Jahre Einsamkeit” schreiben? Ganz gleich, um welche Ziele es sich handelt. Fakt ist: Damit solche hohen Ziele erreicht werden können, müssen viele Voraussetzungen erfüllt werden. Die 1% Methode ist die aus meiner Sicht perfekt passende Strategie. Denn sie bildet sozusagen das Fundament, um von ganz unten nach ganz oben zu kommen. Und vor allem beschränkt sich die Methode nicht auf einen Bereich, sondern ermöglicht es, auf sämtlichen Gebieten zu wachsen.

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