Sam Lei.
Brief · Impuls · 1 Minute · 4. November 2024

Sagst Du zu allem ja?

Ist es nicht so, dass ein Nein unglaublich befreiend sein kann? Ja. Ja. Ja.

Flur voller Gefallen: Werkzeugkiste, Umzugskartons, Einkaufstüten, Ordner auf dem Stuhl
Ja. Ja. Ja.

Wer kennt das?

Das Standardantwort-Programm springt an: „Ja, klar, das mache ich.“

Hier sind ein paar Beispiele aus dem Alltag:

  • Kannst du das Kind heute zum Kindergarten bringen? Ja.
  • Könntest du nach der Arbeit noch den Einkauf erledigen? Ja.
  • Könntest du die Steuererklärung für uns beide vorbereiten? Ja.
  • Kannst du mir beim Umzug helfen und Werkzeuge mitbringen? Ja.
  • Magst du dieses Jahr das Weihnachtsfest für die Familie planen? Ja.
  • Könntest du Überstunden machen, um das Projekt abzuschliessen? Ja.

Ja. Ja. Ja.

Die Liste könnte noch weitergehen …

Und das, obwohl oft die Zeit und Energie fehlen.

Kaum sage ich „Ja“, fängt mein innerer Dialog an. Kommt euch das bekannt vor? „Schaffe ich das wirklich noch? Wäre es vielleicht okay, mal Nein zu sagen? Was denkt mein Mann, meine Schwester, meine Arbeitskollegin? Bin ich egoistisch? Ich will kein Egoist sein!“ Usw. Usf.

Irgendwann ist es dann einfach zu viel.

Trotzdem sagen wir weiterhin „Ja“, oft reflexartig.

Warum eigentlich?

Ich denke, es gibt mehrere Gründe:

  • Wir kennen es nicht anders
  • Uns fällt es schwer, nichts zu tun
  • Wir wollen dem Gegenüber gefallen
  • Wir wissen nicht, was wir sonst tun sollen

Manchmal gibt es einen einzelnen Grund, manchmal kommen mehrere zusammen.

Aber warum erkennen wir das erst, nachdem wir emotional und körperlich erschöpft sind? Muss es wirklich so weit kommen?

Ist es nicht so, dass ein Nein unglaublich befreiend sein kann?

Es gibt uns Raum für das, was uns wirklich wichtig ist und was wir im Alltag oft verlieren: Zeit für uns selbst.

Wäre es wirklich so schlimm, öfter mal Nein zu sagen?

Sam
Samuel Lei Vater von zwei Kindern, ADHS spät diagnostiziert.
Ich gehe denselben Weg.

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Selbst-Check · 5 MinutenWas bremst dich gerade?Bei Eltern mit ADHS ist es fast immer eine von vier Bremsen: Energie, Klarheit, Erlaubnis oder Struktur. Zwölf Sätze, und du siehst, welche dich gerade am stärksten bremst.Zum Selbst-Check → Gespräch · 30 MinutenDu musst das nicht alleine sortieren.Zwei Eltern, die denselben Alltag kennen. Du erzählst, ich frage nach. Via Google Meet, du musst nichts vorbereiten.Termin aussuchen →
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