Pause
Chill mal.
Meine Frau sagt das. Auch meine Schwester und mein Psychologe.
Und auch Mark Manson, Autor von Die subtile Kunst des Daraufscheißens, sagt dasselbe: einfach mal nichts tun.
Oder nur das tun, worauf du Lust hast.
Also habe ich an vier Abenden vier verschiedene Filme geschaut. Ziemlich ungewöhnlich für mich.
Meine Schwester meinte: “Sämi is back, yeeey!”.
Nein, Sämi ist nicht back. Sämi macht einfach mal Pause.
Aber ja, ich habe verstanden.
Lass einfach los.
Versuche nicht, alles ständig verbessern zu wollen.
Mache dir keinen Druck.
CHILL mal.
Dabei geht es weniger darum, bestimmte Dinge zu tun, sondern mehr darum, bestimmte Dinge nicht zu tun.
Hier, was ich in den vergangenen Wochen erfolgreich umgesetzt habe:
- Keine Wochenplanung erstellen
- Keine täglichen To Do Listen erstellen
- Kein Gewohnheitstracking durchführen
- Kein tägliches Morning-Mindset durchführen
- Keine Abendreflexion in gewohntem Stil durchführen
- Keine tägliche Bereitschaft, Emails und Nachrichten zu beantworten
Wie gut mir das tut !
Auch wenn es mir nicht immer leichtfällt, mit unangenehmen Gefühlen, die dabei entstehen, klarzukommen.
Zum Beispiel ist mir aufgefallen, wie viel Druck ich mir selbst mache und dass ich scheinbar nie zufrieden bin. Und immer mehr möchte. Mich verbessern, Verantwortung übernehmen, ein Vorbild sein … alles gute Absichten, daran gibt es nichts auszusetzen. Und doch ist es irgendwie krank, wie besessen ich davon bin.
Wer trägt schon freiwillig eine Elefantenfamilie auf seinen Schultern !?
Das hat mich beschäftigt.
Warum reicht es mir nie?
Schliesslich hat mir ein Satz die Augen geöffnet.
Es ist etwas vom Wichtigsten, was ich in den letzten Wochen gehört habe (ich glaube im Podcast ‣):
Du bist gut so, wie du bist, aber du kannst mehr.
Das hat gesessen.
Ich habe nur eines im Kopf “… aber du kannst mehr.” Statt erst mal anzuerkennen, dass ich gut bin, so wie ich bin.
Kein Wunder, brenne ich aus.
Und wenn ich ausgebrannt bin, dann reicht eine kurze Pause nicht mehr aus. Ich benötige eine längere Pause. Was ich brauche, ist eine richtige Erholung.
Es ist gut, wie es ist. Chill. Du kannst mehr, aber du musst nicht, vor allem nicht jetzt.
Und sich das bewusst einzugestehen, ohne sich fertigzumachen, hilft.
Meine 2 Learnings:
- Faulenzen ist kein Rückschritt. Pausen sind notwendig. Pausen = Energie tanken.
- Echte Ruhe führt zu neuen (oder alten, wiedergefundenen) Perspektiven. Das stärkt.
Entscheide dich heute bewusst dafür, nichts zu tun.
Sag dir selbst:
Diese Woche mache ich nur das Nötigste.
Kein Druck.
Kein „Ich muss …“.
Einfach mal durchatmen.
Ja, sch* einfach mal auf alles. (Was aber nicht bedeutet, ein A*loch zu sein. ;))
Wenn du müde bist, schlafe.
Wenn du dich künstlerisch ausdrücken möchtest, zeichne, male, singe, tanze, dichte, schreibe.
Wenn du Lust auf Pizza hast, iss Pizza.
Wenn du Lust auf Kino hast, geh ins Kino, und wenn niemand mitkommen will oder kann, dann geh alleine (ja, alleine!).
Schau Netflix.
Schau Fussball.
Geh spazieren.
Mach Sport.
Spiel Pokémon-Karten mit deinem Kind.
Spiele Gitarre.
Und erstelle eine Liste von Aktivitäten, die du nicht tun wirst.
Aber Achtung: Es gibt einen Unterschied zwischen bewusst vorübergehendem und unbewusst dauerhaftem Verzicht.
Pause ist Praxis.
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