Sam Lei.
Brief · Essay · 2 Minuten · 13. Februar 2023

Ich fühle mich zum ersten Mal mit Menschen verbunden

Fakt ist: Arbeit kann Spaß machen und dich mit Menschen verbinden! lieber spät wie nie!

Kamera und ein kleiner getrockneter Blumenstrauss auf dem Schreibtisch, spätabends
lieber spät wie nie!

Richtig gelesen: Ich fühle mich zum ersten Mal mit Menschen verbunden. Aber nicht grundsätzlich, sondern bei der Arbeit.

Thema im letzten Text war Autonomie, und inwiefern sie zu meinem Glück bei der Arbeit beiträgt.

Zur Erinnerung, was Cal Newport darüber schreibt:

Drei psychologische Faktoren werden vorausgesetzt, schreibt Cal Newport in seinem Buch So Good They Can’t Ignore You, um eine hohe Motivation am Arbeitsplatz oder auch anderswo zu erreichen. Es handelt sich um drei intrinsische Zutaten.

Ich habe versucht zu begründen, warum ich Autonomie als die wichtigste der oben genannten drei Zutaten sehe.

Schließlich sorgt Autonomie dafür, dass wir A) die Kompetenzen freier wählen können, die wir für wichtig erachten, und auch wie viel Zeit wir mit der Entwicklung derer verbringen. Und B) führt uns Autonomie eher zum Gefühl der Zugehörigkeit, als dass es umgekehrt der Fall wäre.

Nun, worauf möchte ich hinaus?

Darauf, dass das Streben nach Autonomie mich schließlich zum Gefühl der Zugehörigkeit führt. Oder wie ich letzte Woche geschrieben habe:

Zugehörigkeit scheint mir tatsächlich das letzte Element, zweifellos, ein wichtiges, aber eines, das sich ergibt, wenn man den Fokus auf Autonomie und Kompetenz legt.

Beispiel 1: Als Hochzeitsfotograf bekomme ich immer wieder wunderbares Feedback. Das ist keine Angeberei 😅 Ich versuche hiermit nur meinen Punkt zu verdeutlichen.

Denn ohne mein übergeordnetes Ziel, die finanzielle Unabhängigkeit, Stichwort: Autonomie, wäre ich wohl gar nicht auf den Gedanken gekommen, mich als Hochzeitsfotografen zu versuchen.

Durch die Bedürfnis nach mehr Autonomie also bin ich zu mehr Verbundenheit gelangt.

Jedenfalls überraschen mich die Feedbacks noch immer. Sie sind sozusagen unbeabsichtigt. Ich vergesse es bisweilen sogar, bis ich wieder eines bekomme, was wunderschön ist.

Dabei habe ich mir nie das Ziel gesetzt, nach dem Motto: Ich will mich mit Menschen verbunden fühlen. Sondern erst geschaut, was möchte ICH, und inwiefern ich einen guten Beitrag leisten kann.

Nur DAS hat dazu geführt, dass ich mich bei der Arbeit verbundener fühle, und nicht umgekehrt.

Das zweite Beispiel, bei dem ich Verbundenheit fühle, sind die vielen tollen Interviews, die ich zurzeit im Rahmen meiner Recherche für einen Kurs führe. Es sind ehrliche, offene Gespräche mit ambitionierten, vielseitig-interessierten Eltern, die von ADHS betroffen sein können oder auch nicht, und/oder hochsensibel sind oder auch nicht.

Selbstverständlich habe ich mich schon zuvor mit Menschen bei der Arbeit verbunden gefühlt. Doch niemals wegen der Arbeit.

Vielleicht regt sich beim einen oder anderen ein Mitleidsgefühl, weil mir diese Freude lange verwehrt blieb. Ich sehe das ähnlich, würde aber noch hinzufügen: lieber spät wie nie! 😄

Fakt ist: Arbeit kann Spaß machen und dich mit Menschen verbinden!

Wie ist das bei dir? Stimmen Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit? Fühlst du dich verbunden, wenn du deiner Arbeit nachgehst? Ich wünsche es mir für dich.

Sam
Samuel Lei Vater von zwei Kindern, ADHS spät diagnostiziert.
Ich gehe denselben Weg.

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