← Alle Briefe Brief · 24. April 2023 · 4 Minuten Lesezeit

Warum Horror-Visualisierungen funktionieren

Das ist kein Witz. Horror-Visualisierungen funktionieren wirklich.

Ich habe es selbst ausprobiert, und kann es daher bestätigen.

“Erfunden” habe ich aber nur den Namen. Die Methode wird von vielen erfolgreichen Menschen angewandt.

GaryVee zB hat mal in einem Interview erwähnt, dass er sich den Tod seiner Eltern vorstellt. Das motiviert ihn, weiterzumachen.

Alex Hormozi sagt etwas Ähnliches. Er visualisiert, wie er mitten in der Nacht schweißgebadet aufwacht, und sich Sorgen wegen den Rechnungen macht, die er nicht bezahlen kann. Auch das ist eine Form der Motivation, um weiterzumachen.

Warum macht man so etwas? Weil uns diese Art von Visualisierung mit Emotionen überschüttet.

Welche Emotionen? Solche, die wir nicht mehr länger unter den Teppich kehren können-wollen-sollen.

Und das ist gut so.

Raus damit!

Und was muss eigentlich raus?

zB, dass wir es satthaben, uns weiter im Hamsterrad zu befinden.

Ich behaupte, dass neunzig Prozent nicht gerne zur Arbeit gehen. Sprich, diese Arbeit ohne Lohn niemals ausführen würden. Neun Prozent wiederum machen es gerne, aber ohne Lohn würden auch sie alles stehen und liegen lassen. Dann bleiben noch ein Prozent. Das sind in meinen Augen die glücklichen Arbeitnehmer.

Ich weiß, das ist eine steile These, aber ich denke, das stimmt in etwa.

Ein Prozent kann von mir aus auch fünf Prozent sein. Niemals jedoch zwanzig oder mehr.

Wenn ich mich im erweiterten Freundes- und Familienkreis umsehe, dann habe ich den Beweis für meine These gefunden.

Es ist nun mal so, sagen manche.

Wir müssen Arbeiten. Wir müssen Geld verdienen. Das ist normal.

Das ist für mich moderne Selbst-Sklaverei.

Oder wie MJ DeMarco in seinem Buch The Millionaire Fastlane etwas umfassender schreibt:

Normal bedeutet, montags bis freitags um 6 Uhr morgens aufzustehen, acht Stunden Arbeit zu erdulden, 10 Prozent des Lohns zu sparen und das ganze 50 Jahre lang zu wiederholen. Normal bedeutet, alles auf Kredit zu kaufen. Normal bedeutet, an die Illusion zu glauben, dass die Wall Street und Konsorten uns reich machen werden. Normal bedeutet, zu glauben, dass uns ein schnelleres Auto und ein größeres Haus glücklich machen werden. Wir würden darauf konditioniert, eine Normalität zu akzeptieren, die auf der korrumpierten Reichtumsdefinition unserer Gesellschaft basiert, und aus diesem Grund ist auch die Normalität an sich korrumpiert. Normalität ist die moderne Form der Sklaverei.

Eine Horror-Visualisierung ist kein Zuckerschlecken. Dennoch ist es eine legitime Methode, um aus der Normalität, so wie oben beschrieben, auszubrechen.

Ich profitiere jedenfalls davon.

Angefangen hat es übrigens mit der eigenen Beerdigung.

Sich die eigene Beerdigung vorzustellen, war heftig.

Ohhh, ja, die eigene Beerdigung war heftig.

Ich habe nicht damit gerechnet.

Aber die Emotionen waren eindeutig.

Ich kann natürlich nicht beschreiben, was genau sich wie genau und warum genau angefühlt hat. Aber ich weiß, dass es definitiv etwas in mit ausgelöst hat.

Jedenfalls habe ich mir vorgestellt, wie geliebte Menschen um mich trauern. Und dass es mich traurig gemacht hat, dass ich gewisse Dinge mit gewissen Personen nicht mehr machen konnte.

Ich denke, mein Unterbewusstsein hat mir gesagt: Weitermachen. Weitermachen. Weitermachen! Die Zeit ist bald um!! NICHT AUFHÖREN!!!

Nun, das war nur ein Vorgeschmack; vereinzelte, spontan auftretende Horror-Motivations-Häppchen.

Dass ich die Horror-Visualisierung zum Hauptthema im heutigen Newsletter mache, hat einen anderen Grund.

Vergangene Woche bin ich mehr oder weniger zufällig über eine für mich passende Horror-Visualisierung gestolpert. Nachdem ich diese zwei, dreimal ausprobiert habe, kam ich zum Schluss, dass das im Grunde (m)ein perfekter Motivationsbooster ist, um mein ganz großes Ziel, die finanzielle Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber, zu erreichen.

Einer von vielen Motivationsbooster in meinem Tool-Kit. Jedoch der erste Horrorbooster.

Das mag absurd klingen. Aber lass mich erklären.

Die Kurzform lautet: Mich in einem mit Menschen überfüllten Büro hineinzusetzen, wo ich von links und rechts, von vorne und hinten beobachtet werde, und an stündlichen Meetings teilnehmen muss, wo man mir Fragen stellt, die mich fragen lassen, ob das alles ist, was mir das Leben zu bieten hat, oder ob da Draussen womöglich ein anderes, beglückerendes Leben auf mich wartet, und ich dann zum Schluss komme, nein, Bro, das wars, dieses Büro ist deine Bestimmung, hier ist Endstation.

Horror 😱😱😱

Nun, es haben auch nicht alle Angst vor Spinnen oder Schlangen. Will heißen: Für manche scheint das, was ich hier schildere, ein Witz zu sein. Leider ist das kein Witz. Und ich fürchte mich wirklich davon, eines Tages aufzuwachen, um mich in einer wie oben beschriebenen Situation zu befinden.

Mit Ketten am Arbeitsplatz gefangen, unter ständiger Aufsicht, und nicht das machen können, was ich möchte, in meinen Ohren klingt das schrecklich.

Zurzeit ist es glücklicherweise nicht so, ich habe sogar ziemlich viele Freiheiten.

Das bedeutet aber nicht, dass die Arbeitsplatz-Situation für immer so angenehm bleibt.

Der Tag ist lang, und es können viele Dinge beim Arbeitgeber geschehen, zB Konkurs, Chef-Wechsel, Re-Organisation, plötzlich erhöhte Anwesenheitspflicht im Büro usw.

Ich habe gerne Kontrolle über mein Leben.

Darum funktioniert die Horror-Visualisierung bei mir auch so gut.

Ich benötige diese Motivation, um weiter Vollgas zu geben.

Damit ich so bald wie möglich meine finanzielle Unabhängigkeit erreiche.

Wenn du also etwas hast, was du genießt, und dir plötzlich die Motivation fehlt (oder auch nicht, und du einfach noch mehr Vollgas geben möchtest 😅), visualisiere den Worst Case.

Mache eine Horror-Show daraus.

Erreiche deine Ziele schneller.

Zur Erinnerungen: Eine Horror-Visualisierung hilft uns, wenn richtig ausgeführt, mit Emotionen zu überschütten, die wir nicht mehr länger unter dem Teppich halten wollen-können-sollen, und damit wir weiterhin Vollgas geben.

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