← Alle Briefe Brief · 9. Dezember 2022 · 4 Minuten Lesezeit

Gewohnheiten kontrollieren

Gewohnheiten entscheiden über sein oder nicht sein. Man kann gar nicht stark genug betonen, wie wichtig diese sind.

Was aber machen wir, wenn bestimmte Gewohnheiten nicht so laufen, wie wir es uns wünschen? Oft geschieht dann das: Wir machen uns dafür verantwortlich, sind unfreundlich zu uns oder wir reden es klein. Egal, wie wir es drehen und wenden, eines steht fest: Wir dürfen es nicht persönlich nehmen. Bereits im Intro von Tiny Habits schreibt der Autor BJ Fogg:

Die Herangehensweise an den Wandel ist entscheidend. Es ist ein Konstruktionsfehler, kein persönlicher Fehler.

Konsequenterweise sollten wir uns also, wie BJ Fogg weiter schreibt, folgende drei Punkte zu Herzen nehmen:

Punkt eins ist selbsterklärend (was nicht heißt, dass es leicht ist!).

Eine Antwort zu Punkt zwei könnte zB lauten: Lese eine Seite statt ein ganzes Buch. Oder: Spiele zehn Minuten mit deinem Kind, statt immer “nur” am Wochenende große Ausflüge machen zu wollen.

Nun, zu Punkt drei. Damit wir die Fehler entdecken, müssen wir dafür sorgen, dass wir die Gewohnheiten kontrollieren. Aber wann und wie? zB in einem Monats-Review (ich mache das mit Notion.so, das hervorragend dafür geeignet ist).

Der Vorteil beim Monats-Review: Wir entdecken dann nicht nur die Fehler, sondern haben auch gleich die Gelegenheit, etwas daran zu ändern. Unter dem Monat muss ich mir dann nicht den Kopf über meine Gewohnheiten zerbrechen. Das spart Energie. Und wenn ich Ideen zu meinen Gewohnheiten habe, mache ich mir einfach eine Notiz, die ich dann während des Monats-Reviews verarbeite.

Aber es gibt ja Dutzende Gewohnheiten, wie kann ich da den Überblick halten? Zwei Dinge helfen mir: Klarheit und nicht-zu-viele-Gewohnheiten.

Ich definiere jeweils meine zwölf wichtigsten Gewohnheiten für den Monat (wie ich diese auswähle ist eine andere Geschichte), wovon die meisten über die Monate kaum bis gar nicht verändert werden (zB ‘Quality-Time Kinder’ oder ‘Nächsten Tag planen’). Und zwar deshalb, weil ich diese Gewohnheiten schon sehr lange optimiere und entsprechend zufrieden mit den Ergebnissen bin. Was der Fall ist, wenn ich die Gewohnheit zu etwa 60 bis 70 Prozent ausführe. Wie zuvor erwähnt, ist das meistens der Fall, dann belasse ich es, wie es ist.

Es gibt aber auch schlechte Monate. Dann stelle ich mir immer dieselben Fragen (exakt in dieser Reihenfolge):

  1. Ist die Gewohnheit hinsichtlich meiner Ziele noch relevant?
  2. Wenn ja, woran liegt es, dass die Gewohnheit so schlecht läuft?
  3. Was kann ich konkret an der Gewohnheit ändern?

Ich nutze diese Fragen als Auslöser, und bekomme intuitiv Antworten, ohne mich allzu sehr anstrengen zu müssen.

Weiter schreibt BJ Fogg in seinem Buch, dass es drei Schritte für die Problemlösung eines Verhaltens gibt:

  1. Finde heraus, ob es einen Auslöser für das Verhalten gibt.
  2. Finde heraus, ob die Person die Fähigkeit hat, um das Verhalten auszuführen.
  3. Finde heraus, ob die Person motiviert ist, um das Verhalten auszuführen.

In den meisten Fällen ist nicht die Motivation das Problem. Dann bleiben noch zwei Möglichkeiten: Du findest einen guten Auslöser, damit Du das Verhalten ausführst oder du vereinfachst das Verhalten.

Ich möchte das an drei konkreten persönlichen Beispielen aufzeigen. Für drei Gewohnheiten war der November 2022 nämlich ein schlechter Monat. Ich bin zu folgender Einsicht gelangt:

Die Beispiele mögen in deinen Augen trivial sein. Die Wahrheit jedoch, denke ich, ist tatsächlich, was ich eingangs geschrieben habe: Gewohnheiten entscheiden über sein oder nicht sein. Man kann gar nicht stark genug betonen, wie wichtig diese sind.

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