← Alle Briefe Brief · 26. Juni 2023 · 5 Minuten Lesezeit

Ich wurde gekündigt, und warum ich glücklich darüber bin

Mein Arbeitgeber hat mir gekündigt.

Aus heiterem Himmel war das nicht, überraschend kam es dennoch.

Und obwohl ich nicht auf die Kündigung vorbereitet war, gehe ich gut vorbereitet in die neue Phase.

Heute erläutere ich, warum ich glücklich darüber bin, und womit das zu tun hat.

Zuerst jedoch möchte ich klarstellen, dass die Kündigung selbstverständlich auch belastet. Nicht nur mich, sondern auch meine Familie.

Inwiefern?

Grob:

  1. Existenzangst I (fehlendes Einkommen) → was geschieht mit unseren Finanzen, wie überleben wir? Müssen wir umziehen?
  2. Existenzangst II (fehlende Vision) → was geschieht mit mir KONKRET, wo und was arbeite ich KONKRET, wohin führt mein Weg, was bin ich wert, bin ich überhaupt etwas wert?

Zu Punkt 1: In unserer Familie bin ich dafür verantwortlich, dass am Ende des Monats genug Geld auf unserem Bankkonto vorhanden ist.

In allererster Linie: Dass wir nicht verhungern. Und natürlich, dass wir so leben können, wie wir es uns vorstellen (Stichwort 24-Traum-Tag).

Das verursacht natürlich ein wenig Druck.

Aber weil wir in der Schweiz leben … mehr dazu gleich.

Zu Punkt 2: Wo und was arbeite ich zukünftig?

Ja, ich bin Hochzeitsfotograf. Und verdiene damit auch schon Geld.

Jedoch kann ich den Lohn damit noch nicht zu 100 % ersetzen.

Erst im 2024 wird es vielleicht/vermutlich so weit sein.

Aber so lange kann ich nicht warten. Ich muss JETZT mehr Geld verdienen.

Also muss ich etwas finden, womit ich zusätzlich zur Hochzeitsfotografie Geld verdienen kann.

Und obwohl es mir nicht an Ideen mangelt, fällt es mir doch schwer, mich konkret festzulegen.

Es gibt einfach zu viele Joghurt im Kühlregal! 🤯

Intensiviere ich mein Vorhaben für das Lifecoaching (was eher eine mittel- bis langfristige Möglichkeit zum Geld-verdienen bietet)?

Versuche ich ein, zwei neue Projekte zu lancieren, die das klare Ziel haben, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten Geld zu verdienen (was ich als Ablenkung von der Hochzeitsfotografie und dem Lifecoaching sehe)?

Suche ich mir eine Teilzeitstelle bei einem Arbeitgeber (kommt nur im allergrößten Notfall infrage)?

Usw.

Es ist erst ein paar Tage her, noch habe ich Zeit. Und bevor ich überstürzt eine Entscheidung treffe (die ich garantiert treffen werde, damit ich nicht ständig darüber nachdenken muss), mache ich mir vertieft darüber Gedanken.

Fakt ist nämlich, ich muss einen Plan entwickeln.

Gesagt, getan.

An diesem Mittwoch habe ich eine vier-stündige-Brainstorming-Workshop-Session angesetzt, die mir Antworten liefert.

Worst-Case-Szenario = Ich bin verwirrter und Unentschiedener als heute.

Best-Case-Szenario = Ich habe einen konkreten Plan betreffend Geld-Verdienen für die kommenden 6 bis 12 Monaten entwickelt.

OK, was aber hat das mit dem zu tun, was ich eingangs erwähnt habe. Nämlich, dass ich glücklich darüber bin, dass ich gekündigt wurde?

Obwohl ‘glücklich’ relativ gut passt, könnte es gerade so gut auch ‘beruhigt’ lauten.

Ich bin nämlich beides: glücklich und beruhigt.

Ein paar Gründe:

Aus meiner Sicht ist die Kündigung also ein Gewinn. Nicht gerade ein Lotto-Jackpot, aber irgendwie schon.

Ich sehe es als Zündung eines weiteren Düsentriebwerks. 🚀

Insbesondere die letzten beiden Gründe (’Strukturen, Gewohnheiten und Routinen’ & ‘Vision’) geben mir starken Halt.

Die Tatsache, dass ich über nützliche ’Strukturen, Gewohnheiten und Routinen’ verfüge sowie auf eine starke ‘Vision’ zurückgreifen kann, beruhigen mich enorm.

In Bezug auf das Lifecoaching freut es mich natürlich auch, dass das, was ich mache, und wovon ich denke, dass es anderen Eltern mit ADHS (aber auch Menschen ohne Kinder/ADHS) helfen kann, funktioniert.

Es ist nicht bloß Geschwätz. Ich bin sozusagen mein erster Beweis, meine erste Rezension 😅

Vielleicht hat mich diese Erkenntnis tatsächlich am meisten gefreut.

Ich bin wahrhaftig ruhig und gelassen.

Vor zwei, drei Jahren noch unvorstellbar (ich bekomme Hühnerhaut, wenn ich daran denke).

Ich kann mit bestem Wissen und Gewissen behaupten, dass mir die Kündigung keine Angst macht.

Im Gegenteil: Ich bin losgelöst.

Und dass ich nicht alles rosarot sehe, ist selbsterklärend.

Aber die Grundausrichtung stimmt (optimistisch)!

Das gibt mir Hoffnung und Zuversicht, was auch immer mir in den kommenden Monaten und Jahren bevorsteht.

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