← Alle Briefe Brief · 24. Januar 2023 · 5 Minuten Lesezeit

Fortschritt braucht Wiederholung

Abwechslung ist eine Dopaminfalle und zugleich ein potenzieller Killer für alles, was wir besser heute als morgen erledigt haben wollen.

Abwechslung ist ein Honig-triefender-Bienenstock, dessen Anblick man sich nicht entziehen kann.

Abwechslung ist auch Ablenkung; zB von der Angst der eigenen Unzulänglichkeit oder von der Kritik an sich selbst (Stichwort Perfektionismus).

Den gleichen Input zu wiederholen ist essenziell. Jedenfalls wenn wir Erfolg haben wollen, sei es in der Karriere, der Liebesbeziehung oder der Gesundheit. Wenn wir keine Konsistenz entwickeln, dürfen wir uns auch nicht über fehlenden Fortschritt beschweren. Dies ist selbstverständlich kein einfaches Unterfangen.

Doch anstatt ständig neuen Dingen hinterherzurennen, weil wir dem Dopamin nachjagen (was übrigens nicht per se falsch ist), müssen wir das Aushalten der immer-gleichen-Wiederholung lernen.

Ich frage mich, womit es zu tun hat, wenn wir in die Dopaminfalle tappen.

Vielleicht hat es gar nichts mit dem Neuen zu tun, das reizt, sondern damit, dass zu wenig Klarheit in unserem Leben vorhanden ist? Und wir erliegen dem Reiz des Neuen nur deshalb, weil uns sozusagen eine echte Alternative fehlt?

Oder hat es mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu tun? Oder damit, dass die Gründe für die jeweiligen Ziele / Visionen zu wenig konkret sind? Oder wurde die Schmerzgrenze noch nicht erreicht? Oder ist XY nicht wichtig genug? Die Gründe können vielfältig sein.

An dieser Stelle möchte ich einen wichtigen Punkt hervorheben: Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nicht inspirieren lassen und Neues entdecken soll. Das ist sogar ausgesprochen wichtig! Ja, wer im Leben vorwärtskommen möchte, muss das sogar. Abwechslung / Ablenkung ist also keine Frage des ob, sondern des wann und wie.

Wann:

Wie:

Drei konkrete Beispiele, wo die Dopaminfalle zuschlagen kann:

Zum Schluss noch drei Tatsachen, die wohl alle Beispiele gemein haben:

Wenn wir unsere Fähigkeiten entwickeln oder Ziele erreichen wollen, sind wir auf unseren Charakter angewiesen. Ohne mentale Stärke gehen wir in der Dopaminwelt unter.

Das Aushalten der immer-gleichen-Wiederholung ist also eine Charakterstärke.

Kann man Charakterstärke lernen? Ja.

Der Charakter ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann.

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