← Alle Briefe Brief · 22. August 2022 · 14 Minuten Lesezeit

Finanzen organisieren

Kategorie Finanzen

Titel

Private Finanzen organisieren. Das 1x1. Wie du mehr Geld für deine Träume zur Seite legst und trotzdem nicht auf ein Getränk im Restaurant verzichten musst

Keywords

Intro

PVGS

Prämisse

👎 Von

👍 Zu

Vision

Grund

Strategie

Meine Erfahrungen

👍 Positive Aspekte

👎 Negative Aspekte

Persönliche Story

Interkonnektivität zwischen Kategorien

Letzte Worte

Zitat

Unfrei macht frei. TK

Text

Intro

In diesem Artikel wird das 1 x 1 der Organisation der privaten Finanzen behandelt. Egal ob Single Haushalt oder Familie mit vier Kindern. Am Ende steht ein System, das hilft, Ruhe und Stabilität in die Finanzen zu bringen. Ergo ein besseres Leben zu führen. Geld macht zwar per seh nicht glücklich (doch doch, eigentlich schon), aber es beruhigt ungemein!

Dieses System, dass ich euch hier vorstellen möchte, zeichnet sich nicht etwa dadurch aus, möglichst viel sparen zu müssen, während man im Alltag in den sauren Apfel beisst. Sondern vor allem dadurch, dass sämtliche Bereiche der Finanzen organisiert sind, und zwar möglichst automatisch. Dazu gehört neben dem klassischen Sparen (zB Haus oder Rente) auch das mittelfristige Sparen (zB Ferien oder sonstige Anschaffungen) sowie Ausgaben im Alltag sprich in der Freizeit (zB Kino oder Restaurant).

Trinke ruhig eine Cola im Restaurant, aber mache dir keine Vorwürfe wegen dem Geld, höchstens wegen dem Zucker. Nein, im ernst, gönn dir, was immer dir beliebt. Aber folge einem System, oder Prinzipien, wie auch immer du es nennen magst. Die Konsequenzen sind mehr Freiheit. Für ein ordentliches privates Finanzsystem benötigt es übrigens keinen Doktor in Finanzwissenschaften. Die Kunst für ein erfolgreiches privates Finanzsystem liegt nicht zwingend im Detail. Ein durchdachtes System, dem man sich grob unterordnet, ist bereits die halbe Miete.

Und ja, natürlich hilft es, wenn man x Mal mehr verdient (das hilft immer), um ein fünfstöckiges-mit-einem-Helikopter-Landeplatz-konstruierten-und-privater-Sauna-und-direktem-Meerzugang-Traumhaus zu bauen. Aber darum geht es nicht. Nochmals, ich wiederhole mich: Folgt einem System, wenn es auch noch so primitiv ist. Beispielsweise 10% vom Einkommen sparen, und über die restlichen 90% machen, was man will. Aber ein bisschen detaillierter darf es dann aber schon sein, oder?

Das wunderbare an diesem System sind dreierlei. Erstens: Der Rahmen ist zwar fix vorgegeben, die Prozentsätze jedoch beliebig veränderbar. Zweitens: 10% sind nicht gleich 10%; bei 5’000.- Einkommen sind 10% = 500.-, bei 10’000.- Einkommen sind 10% = 1’000.-. Drittens: Das System berücksichtigt sowohl die Gegenwart, die nahe als auch die ferne Zukunft; ich kann meine Cola heute trinken, meine Ferien nächstes Jahr buchen und mein Traumhaus in zwanzig Jahren bauen.

Willensstärke ist begrenzt. Geld ist begrenzt. Leben ist begrenzt. Nur Träume kennen keine Grenzen. Zusammengenommen ergibt sich daraus folgendes: Private Finanzen sowie jegliche Träume besser einem rigorosen Plan unterstellen. Was auf den ersten Blick nach Unfreiheit klingt, ist in Wahrheit Segen und bedeutet ein Wohlwollendes Leben. Am Ende des Tages entscheide immer ich, wieviel und wozu ich mein Geld wie organisiere. Lese hier, wie.

PVGS

Prämisse

👎 Von

👍 Zu

Vision

Grund

Strategie

Meine Erfahrungen

👍 Positive Aspekte

Einigermasse gut organisiert reicht bereits. Einigermassen ist das entscheidende Wort. Es benötigt keinesfalls ein durchgängig perfektes privates Finanz-System, um ein besseres Leben zu führen. Es genügt bereits, wenn man hier und da sich ein paar Gedanken macht und das eine oder andere schliesslich umsetzt. Einigermassen gut ist besser wie gar nicht.

Fünf Minuten können je nach dem bereits ausreichen, um im Alter gut ausgesorgt zu sein. Nimm 10% von deinem Einkommen und stelle für den Rest deines Lebens einen Dauerauftrag für deine Säule 3a ein. Und wenn der Betrag die maximale Limite der Säule 3a übersteigt, dann lege den Rest der 10% auf ein Sparkonto, über welches du nicht permanent verfügst (sprich kein eBanking und auch keine Debitkarten zum entsprechenden Konto hast). Wenn 10% zu viel sind, weil du deine Finanzen erst noch besser organisieren und dir einen klaren Kopf verschaffen musst, dann reduziere die Prozentzahl auf 7% oder 5%. Oder 1%. Aber mache es noch heute. Das ist übrigens einer der meistgenannten Finanztipps von sogenannten Profis. Der einfachste noch dazu, würde ich meinen. Angst vor Altersarmut? Ich habe dir gerade den einfachsten und direktesten Tipp dazu gegeben.

Neue Erkenntnisse rund um die eigenen Ausgaben können gewonnen werden. Etwa welche monatlichen Fixkosten auf der Kreditkartenabrechnung “plötzlich” auftauchen, von denen man gar nicht mehr wusste! Dies schärft das Bewusstsein über seine Ausgaben ungemein! Was nicht gemessen wird, kann auch nicht analysiert geschweige verbessert werden. Und dies trifft auch auf die eigenen Ausgaben zu, es stimmt zu 100%. Wenn ich sehe, dass zB meine Miete 32% aller Ausgaben ausmacht, dann stimmt es schon nachdenklich, wenn man sich bei einem Restaurantbesuch jedes Mal selbst auf die Nerven geht und sich fragt, ob man nicht doch lieber ein gratis Wasser aus dem Hahnen bestellt statt ein leckeres Cappuccino zu trinken.

Eine weitere Erkenntnisse ist die jene, seine kurz-, mittel- sowie langfristigen Wünsche und Ziele miteinander in Einklang zu bringen. Wie bereits erwähnt, ist es bei gleichbleibendem, bescheidenem Einkommen, ein unrealistisches Ziel, zwei Mal im Jahr in die Ferien fahren zu wollen, täglich Auswärts Essen zu gehen und gleichzeitig für sein Traumhaus, das in zehn Jahren stehen soll, Geld zur Seite zu legen. Es geht einfach nicht. Das gute daran jedoch, wenn man sich damit befasst, ist, dass gewisse Entscheidungen gefällt werden und dadurch nicht selten ein Stein vom Herz fällt. Wir Menschen sind so gepolt, dass eine nicht-getroffene, vertagte Entscheidung uns manchmal schwerer auf dem Herzen liegen kann, wie dass der Ertrag uns Freude bringen würde. Ein unnötiges Ungleichgewicht. Entscheidungen, zB kein Haus bauen zu wollen oder zu müssen in den nächsten zehn Jahren (vlt. erst in zwanzig oder dreissig Jahren, oder gar nie) kann unbewusstes Leid beenden. Es gäbe an dieser Stelle natürlich unzählige weitere Beispiele, die ich nennen könnte. Es gilt jedoch vor allem eines zu begreifen, nämlich, dass es besser ist eine Entscheidung zu treffen als alles ständig zu wollen und niemals eine Entscheidung zu treffen. Wer alles möchte ist ein Narr. Und noch schlimmer, wer alles möchte, der ist sich eigentlich, ziemlich wahrscheinlich, gar nicht im Klaren, was er wirklich möchte.

Es ist tatsächlich möglich, über relativ wenig Freizeitgeld zu verfügen, sich aber dennoch unglaublich reich zu fühlen, weil man weiss, dass keine Rechtfertigung notwendig ist, und zwar gegenüber niemandem, weder dem Partner noch sich selbst, man ist schlichtweg im Reinen, und weiss, dass alles Freizeitgeld auf der Stelle ausgegeben werden kann. Ein befreiendes Gefühl.

👎 Negative Aspekte

Fehlende Gründe hindern einen immer an Verbesserungen. Jedoch ganz besonders, wenn es, gelinde gesagt, nicht um das spannendste und aufregendste Thema geht, das man sich ausdenken kann (ausser man ist ein Finanzguru, ich bin keiner). Wenn einem also keine guten Gründe einfallen, zB warum man für das Alter sparen oder überhaupt etwas an seinen Finanzen ändern sollte (weil ja angeblich alles ganz gut klappt bisher), hat man bereits verloren, und eine ausführliche, vertiefte Auseinandersetzung mit den eigenen Finanzen kommt zu einem Ende noch bevor es angefangen hat.

Das bedeutet: Du brauchst ganz triftige Gründe. Etwa: Ich habe eine Tonne Traumdestinationen, die ich noch vor meinem Tod bereisen möchte, weil alle meine Freunde davon schwärmen, und diese Bilder und Berichte überall im Internet, der Wahnsinn. Wenn dir also die nötige Disziplin fehlt, um für deine Reisen zu sparen (und auch nicht Reich von Haus aus bist), dann hast du im Grunde trotzdem bereits ein Warum. Also, sagst du dir: Hoppla, lass mal mein privates Finanzsystem in den Griff bekommen, damit ich alle meine Reiseziele abhaken kann.

Persönliche Story

Zugegebenermassen dachte auch ich lange, dass wir als Familie zu wenig verdienen, und daher “unten durch” müssen. Ein luxuriöses Leben schien in weiter Ferne. Zumal mit Anfang dreissig als Betriebsökonom es eigentlich Zeit sein sollte, endlich mit der Karriere zu starten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls habe ich bald herausgefunden, dass das überhaupt nicht stimmt. Natürlich, wie ich oben bereits an einer Stelle beschrieben habe, sind begrenzte Ressourcen nun mal begrenzt. Und dennoch war ich erstaunt, zu sehen, welche Mittel uns im Grunde zur Verfügung standen, nachdem wir Licht ins Dunkel gebracht haben. Dabei sind wir übrigens exakt so vorgegangen, wie unter Strategie beschrieben. Es war ein Aha-Erlebnis der positiven Art.

Die Liste mit all meinen Wünschen bereitete, und bereitet mir nach wie vor, grosse Freude. Reisen mit Familie oder Freunden zu planen, macht unglaublich Spass. Es gibt sogar zwei, drei Dinge, die ich auf die Liste gesetzt habe, die in meinen Augen ein absolutes Luxusgut sind, von denen ich seit Jahren träume, es jedoch immer irgendwie aufgeschoben hatte, aus welchen Gründen auch immer, und nun endlich hat es ein Datum. Die Vorfreude, zu wissen, dass man sich etwas Bestimmtes in zweieinhalb Jahren leisten kann, macht einem nicht nur Freude, sondern auch stolz, man wird es sich ehrlich verdient haben.

Interkonnektivität zwischen Kategorien

Letzte Worte

Falls dieser Artikel zuviel auf einmal war, merke dir eines: Nur weil etwas chaotisch ist oder unerreichbar scheint, heisst es noch lange nicht, dass man nicht Struktur und Ruhe hinbekommt. Eines nach dem anderen, gemäss Strategie oben, ein Schritt nach dem anderen. Nicht alles auf einmal. Das alles ist nicht in dreissig Minuten gemacht. Aber in ein paar Stunden vielleicht. Zumindest der Grundstein gelegt. Dein privates Finanz-System ist dann nicht vollständig, aber du bekommst ein Gefühl dafür, wohin die Reise gehen könnte. Und nichts wirkt besser wie positive Gefühle und Emotionen, um Dinge voran zu bringen. Nichts ist perfekt, schon gar nicht auf die schnelle. Wenn du erst einmal angefangen hast, fällt es dir wahrscheinlich ohnehin leichter, dran zu bleiben. Siehe es als ein Prozess.

Nochmals: Solange du die Schritte befolgst, kommst du in die Gänge. Eines führt dabei zum anderen. Klug leben heisst handeln. Oder anders gesagt: Wer nur weiss, nicht aber tut, der weiss am Ende doch nichts.

Zu guter Letzt: Lass dich nicht allzusehr vom Geld blenden. Insofern nicht als gerade auch die wertvollsten Dinge, die unser menschliches Leben ausmachen, ohne oder mit einem Minimum an Geld auskommen. Sogar ganz gut. Etwa ein Nachtessen Zuhause mit der Familie oder Freunden. Oder Lego spielen mit dem Sohn. Oder ein Spaziergang. Oder wie Ramit Sethi treffend sagte: Das Leben findet ausserhalb von Excel Tabellen statt. Oh ja, wie sehr das doch stimmt!

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