Sam Lei.
Brief · Impuls · 1 Minute · 14. Mai 2025

ADHS erklärt viel. Aber nicht alles

Vielleicht liegt der Schlüssel gar nicht nur im ADHS, sondern darin, wie ich als Mensch fühle, denke, reagiere. ADHS erklärt viel. Aber es ist nicht alles.

Hoher Bücherstapel auf der Armlehne eines Sessels, ein Buch aufgeschlagen obenauf, abends
ADHS erklärt viel. Aber es ist nicht alles.

Nach der ADHS-Diagnose habe ich angefangen, ein paar Bücher über ADHS zu lesen. Und habe versucht, die verschiedenen Tools anzuwenden.

Trotzdem habe ich mich oft getrieben gefühlt, überfordert und ausgelaugt.

Bis ich irgendwann gemerkt habe: Vielleicht liegt der Schlüssel gar nicht nur im ADHS, sondern darin, wie ich als Mensch fühle, denke, reagiere. Grundsätzlich.

Also habe ich den Fokus verschoben.

Ich habe nicht jedes Buch über ADHS gelesen. Aber ich habe gelernt, mich selbst besser zu verstehen.

Hier drei Beispiele:

  1. Das Buch Emotional Intelligence von Daniel Goleman hat mir gezeigt, dass der Umgang mit Gefühlen und Emotionen mindestens so wichtig ist wie der IQ.
  2. Mit Mindset von Carol Dweck habe ich zum ersten Mal gespürt: Ich bin nicht „so". Ich kann lernen, wachsen und mich verändern. Und das gilt auch für Beziehungen, Elternschaft und Geduld.
  3. The Six Pillars of Self-Esteem von Nathaniel Branden hat mir geholfen zu verstehen, wie viel Stabilität möglich ist, wenn man lernt, sich selbst mit Würde zu begegnen. Auch mit Fehlern.

Worauf ich hinaus möchte: Ich habe irgendwann aufgehört, mich „nur" als ADHS-Mensch zu sehen.

Und angefangen, mich wieder als ganzen Menschen wahrzunehmen.

ADHS erklärt viel. Aber es ist nicht alles.

Wenn du manchmal das Gefühl hast, du müsstest alles über ADHS verstehen, um endlich besser zu leben: Du musst nicht.

Was hat DIR geholfen, ein besseres Leben zu führen, was auf den ersten Blick nichts mit ADHS zu tun hat?

Sam
Samuel Lei Vater von zwei Kindern, ADHS spät diagnostiziert.
Ich gehe denselben Weg.

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